Vision

 

Deutschland braucht Vision

Und Sie und ich und wir alle auch!

Glauben Sie etwa noch den alten Spruch vom alten Kanzler Schmidt: „Wer Visionen hat, muss zum Arzt!“? Der Spruch ist falsch. In Wirklichkeit ist es so: Wer keine Vision hat, kommt nicht voran, gewinnt keine Wahlen, kommt nicht groß raus, verpasst sein Glück. Lässt sich also sagen: Wer keine Vision hat, muss über kurz oder lang zum Arzt. Burnout heißt die Krankheit dann oder Depression.

Eine Vision fasst Ziele und Leitwerte in Bildersprache zusammen. Bei Individuen, Parteien, Organisationen. Vision gibt Richtung und Sinn – gesamtgesellschaftlich und individuell. Visionen bringen uns auf die höchste Zielebene und entwickeln höchste Zugkraft.

Deshalb brauchen wir Visionen

Bilder liebt unser Gehirn mehr als Worte, deshalb läuft jede Begeisterungsstrategie über Bilder und die durch sie repräsentierten Gefühle. So wird Energie freigesetzt. Und so werden große Gefühle geweckt, ohne die es keinen politischen Erfolg gibt und auch keinen persönlichen Lebenserfolg. Gestern klagte ein junger Mandant, der lange im Ausland gewesen war, und nun zurückgekehrt am Vaterland leidet: „Mein Gott, warum ist das so: die laufen hier alle mit Gesichtern rum, als sei ihnen die Oma gestorben!“ Deutschland fehlt Vision, denn Vision schafft Perspektive, Selbstwirksamkeitserwartung, positives Lebensgefühl. Das gab uns Deutschen den Ruf der tüchtigen Macher und Problemlöser!

Einigkeit und Recht und Freiheit!

Starkes lebendiges Deutschland? Einigkeit, Recht, Freiheit – ja, siehda, diese Vision gibt es sogar bereits, sogar als Nationalhymne! Heureka! Wir haben doch eine Vision! Bloß ziemlich außer Mode, weithin vergessen oder verdrängt unterm Propaganda-Druck, wonach Deutschland = „nazi“ ist …. zurück zu den Parteien.

Aber ach, es kränkelt im Staat

Die Unionsparteien haben ihr „C“ verloren. Das Christentum ist aber eine einzige Liebesverheißung und stärkste Vision! Auch hier: Parallel zum Verlust dieser Vision nahm der Ansehensverlust zu. Und bei den Liberalen in Deutschland, der FDP, herrschen statt geistiger Freiheit die Vetternwirtschaft, alte Konzepte und der Kleingeist.

Vision steckte hierin: „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ – der Dreiklang führte zur Französischen Revolution von 1789. Starke Vision auch im Sozialdemokratenlied von Anfang des 20. Jahrhunderts, als die SPD und die KPD ihren rasanten Aufstieg starteten: „Brüder, zur Sonne zur Freiheit!“ Wow, das sind eindeutige Aussagen und Glücksverheißungen! Als die SPD davon abrückte, und zur Funktionärs- und Bürokratenpartei degenerierte, begann ihr Niedergang. Die jüngste Partei, die AFD, Alternative für Deutschland, ist eine Anti-Partei, entstanden gegen die schlechte Regierungspolitik. Sie könnte ihre Vision noch benennen. Will sie aus der Oppositionsrolle heraus, muss sie das tun.

 

Das Ziel hinter den Zielen ist die Vision

So geht Vision: Eine Vision fasst Ziele und Leitwerte in Bildersprache zusammen. Könnte man sehr trocken sagen. Man könnte auch sagen: Hinter jedem Ziel steckt ein noch höheres Ziel. Eine Vision – in Wort oder Bild – entfacht Sehnsucht.

Die ganz hohen Ziele, die wir so in uns entdecken können, haben mit unseren tiefsten Sehnsüchten zu tun: Ihre Realisierung würde individuell wichtigste Bedürfnisse befriedigen. Visionen sind in uns, auch wenn wir uns ihrer nicht bewusst sind.

Eine Vision blitzt auf und versetzt uns einen Moment lang in wache Begeisterung. Vielleicht hält die Begeisterung auch viel länger an. Wir können das trickreich verstärken etwa durch Zielcollagen. Wir können aber auch auf unser Unterbewusstsein vertrauen. Unsere Visionen sind unglaublich stark. Sie lenken unser Tun aus dem Unterbewusstsein heraus – scheinbar wie ganz von allein.

 

Vision schafft Wirklichkeit

Es war in den 1950er Jahren in Stuttgart

Eine junge Frau, sie war Arbeiterin, spazierte in einer ihrer Mittagspausen hangaufwärts. Sie kam in jene ruhige Halbhöhenlage, von wo aus ein wundervoller Blick auf die Stadt im Tal sich öffnet. Früher wuchs dort Wein überall auf den Terrassen.

„Ach“, dachte die junge Frau, „was müssen die Leute glücklich sein, die hier wohnen! So ein Sonnenplätzlein für mich … hach, das hätte ich auch gerne! Hach, wär das schön!“

Dann ging das Leben weiter seinen Gang. Sie arbeitete an sechs Tagen in jeder Woche. Am Sonntag ging sie aus. Und sie spielte Akkordeon in einem kleinen Orchester. Dort verliebte sie sich in einen hübschen Handwerksmeister, der der Cousin meiner Mutter war, und sie heiratete ihn. Jetzt schafften die beiden dynamisch zusammen und erzeugten Synergien.

Als es eines Tages hieß, man könne zwei Zimmer anmieten in der großen Wohnung eines verwitweten Onkels, zögerten sie nicht. Denn wie es der sogenannte Zufall fügt: Die Wohnung befand sich in einer ihrer Lieblingsstraßen: Sie lag hügelaufwärts mit einem großen Blick über die Stadt! Die Zimmer des jungen Paares lagen allerdings leider nach Norden und waren ohne Aussicht.

Das Sonnenplätzchen

Eines späteren Tages hörten die beiden: Ein paar Hausnummern weiter würden auf dem Gelände der alten Gärtnerei neue Häuser gebaut.

Eine kleine Wohnung mit weitem Blick aufs Tal und mitten in den Sonnenaufgang hinein war noch frei! Die jungen Leute rechneten, diskutierten, rechneten neu und überwanden schließlich die Angst. Die Wohnung war eigentlich zu klein und eigentlich auch zu teuer. Aber sie kratzten alles Geld zusammen, nahmen sogar Kredit auf und kauften. Sie bekamen am Sonnenplätzchen zwei Kinder, sie machten sich mit einem Handwerksbetrieb sogar selbständig. Sie galten in der ganzen Verwandtschaft als äußerst liebevolles, glückliches Ehepaar.

Dort, an ihrem Sonnenplätzchen, sitzt die Tante, heute eine alte Dame und leider verwitwet, noch heute und freut sich jeden Tag über das Plätzchen, das selbst dann sonnig wirkt, wenn es regnet.

Sie hat mir die Geschichte kürzlich erzählt und erst dabei fiel ihr ein, dass tatsächlich alles mit der Vision damals angefangen hatte: wie sie die schönen Häuser gesehen hatte und in ihr dieser sonnige Wunsch aufgeblitzt war wie so eine schillernde Seitenblase.

Das ist gemeint mit all den „Bestellungen beim Universum“ und den Wünschen an den Kosmos und den ganzen Schriften übers „Gesetz der Anziehung“. Und es ist klar wie Kloßbrühe, dass gefühlsgetragene Wünsche in Erfüllung gehen, dass Gedanken sich materialisieren. Sofern wir selber daran glauben.

Aus Wünschen werden Wirklichkeiten

Das Wünschen funktioniert aber nur so:

Je leichter das Herz ist, aus dem die Wünsche kommen und je freudiger die Einstellung mit der sie kommen, desto schneller gehen sie in Erfüllung. Machen Sie Wünsche aus Ihren Mißvergnügungen. Und Sie wenden sich der Sonne zu, die man Liebe oder Freude oder Güte nennen kann. Wie man will. Jedenfalls kriegen Sie dann das, was Sie wollen.

Nein, das muss niemand. Wer’s lieber hat, kann auch im Tal wohnen und sich über den Problemstau ärgern. Der dann immer größer wird. Was auch eine Form Reichtum ist. Kampf um des Kämpfens willen oder richtige echte Größe?

Es ist unsere Entscheidung, womit wir in Resonanz gehen und wo wir mitschwingen wollen: Mit Problemen oder mit den Lösungen der Probleme. Sitzen Sie gerne an Stammtischen und schimpfen auf die Politik? Oder denken Sie lieber groß und in Möglichkeiten?

Glauben Sie, Ihr Leben sei komplett ruiniert, oder wollen Sie sich mit sich befassen und mit dem, was in der Tiefe Ihres Herzens schlummert und gehört werden will?