Coaching-Prinzip Selbstverantwortung

Denn Selbstverantwortung ist Freiheit

[Lieber Abonnent, liebe Abonnentin, hier kommt nun der fertige Blogartikel, den ich gestern versehentlich unfertig losschickte – Danke für Verzeihung! Herzlich grüßt FWB]

Selbstverantwortung ist das tragende Prinzip der westlichen Welt seit der Aufklärung.

Selbstverantwortung heißt: Freiräume, Spielräume des Lebens zu erkennen und zu nutzen, auch wenn es mal so aussieht, als gebe es gar keine mehr. Starke Menschen übernehmen Verantwortung für sich, ihr Leben, ihre Handlungen. Sie erkennen und nutzen die Spielräume, die Gestaltungsmöglichkeiten. Dabei hilft Coaching. Coaching setzt auf Stärke und macht (wieder) stark – also auch frei für Autarkie und Lebensgestaltung. Denn Selbstverantwortung ist und verlangt Freiheit. Im Gegensatz dazu steht die sozialpädagogische Ansicht, Menschen seien dafür nicht stark genug und bräuchten „Betreuung“, Schutz-Gesetze, staatliche Hilfen. Sind wir nicht erwachsen und selber groß?

Die Freiheit der Aufklärung

Ich will auch hier an den wundervollen Satz von Immanuel Kant erinnern:

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus selbstverschuldeter Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

Lesen Sie ihn bitte ein zweites Mal:

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus selbstverschuldeter Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

Kant lebte von 1724 bis 1804. In zwei Jahren feiert man hoffentlich seinen 300sten Geburstag.

So lange ist es her, dass die Aufklärung „passierte“. Und heute, scheint mir, streben viele in voraufgeklärte Zeiten zurück. Der Staat versucht mit immer mehr Eingriffen in die bürgerlichen Freiheiten, Menschen die Verantwortung abzunehmen – als sei Selbstverantwortung nicht Ehrensache, sondern Last. Als seien Staatsbürger nicht selber groß, sondern bedürften der Fürsorge. Dies geschieht ausgerechnet im Internet-Zeitalter, wo sogar ungebildetere Menschen über unvorstellbar mehr Informationen verfügen, als Immanuel Kant damals sie hatte.

Unser ganzer Fortschritt bewirkt Rückschritt in Sachen Mündigkeit und Sebstverantwortung? Wie kann das sein, was nicht sein darf? Denn wollen Sie wieder in die Opferrolle gedrängt werden – als Leibeigene, Rechtlose, uniformierte, un-informierte und gleichgeschaltete Menschen?

Davor schützt uns nur die Selbstverantwortung, die zu übernehmen Willenssache ist. Freiheit ist – zuallererst – Willenssache. Oder wäre Sie gerne Opfer?

Selbstverantwortung will Verstand-Anwendung

Natürlich muss man den Verstand auch anwenden. Dafür muss man ihn haben, wertschätzen und pflegen. Viele wollen das nicht. Sie meinen, durch ihr Smartphone schlau genug zu sein. Dies zum einen.

Dies zeigt, dass es eine eine Selbstverständnis-Frage ist, ob ich meinen Verstand autonom anwenden will und ob ich für mich beanspruche, in einer freien Gesellschaft zu leben, in der ich meinen Verstand selbstgesteuert praktisch anwenden kann. Im Grunde geht es um das philosophische und staatsrechtliche Prinzip Freiheit.

Wir heute leben in einer überregulierten Gesellschaft, die mehr und mehr zur Unfreiheit neigt. Gehen Sie nur mal aus dem Haus!

Schilder, Striche, rote Ampeln

In den 1970er und 80er Jahren wurde diskutiert, die viel zu viel gewordenen Verkehrsschilder abzuschaffen. Niederländische Städte experimentierten damit, Ampeln auszuschalten und Verkehrsschilder wegzumachen. Es zeigte sich, dass die Leute langsamer und vorsichtiger fuhren. Sie passten notgedrungen wieder selber auf – das heißt: Sie übernahmen Selbstverantwortung. Sie knipsten das Hirn an und trafen Entscheidungen. Was aber geschah global: Die Kennzeichnungen auf den Straßen und die Schilder wurden mehr und mehr.

Eine Regulierungswut ist ausgebrochen. Man erlebt es auch im Internet.

Cookie-Alarm, Datenschutz, „Nutzungserlebnisse“

Die Freien Demokraten im vorigen Jahrhundert meinten es gut. Sie strengten sich unglaublich an in den Koalitionen, wo sie immer das Zünglein der Waagen spielten, für den Verbraucherschutz, für den Datenschutz einzutreten. Es ging dabei, sagten sie, um Freiheit. Ergebnis ist ein großes Maß an Unfreiheit und an Überregulierung. Einerseits hat die Technik die gute Absicht schlichtweg überholt: Wir sind bereits ziemlich gläserne Bürger, und würde das Bargeld abgeschafft, könnten wir null Transaktion mehr ohne staatliche Überwachung tun. In China trainieren sie bereits die Totalüberwachung mit Gesichtserkennungsprogrammen und Handy-Tracking und Sozialpunkten für Wohlverhalten sowie Abzüge und Drangsalierungen fürs Gegenteil. Man will „Bürger“ auf den rechten Weg drängen und dort halten. Man beraubt Menschen der Selbstverantwortung, woran man sieht, dass es ein Rückfall in voraufgeklärte Zeiten ist. Nach westlichen Kriterien. In China tobt sich post-maoistische ideologische sozialistische Kontroll-Wut im Einsatz der technischen Möglichkeiten aus.

Lästiges Treiben alltäglich hier sind aus meiner Sicht die allgegenwärtigen Cookie-Warnungen, die heuchlerischen Hinweise, mein Datenschutz liege Website-Betreibern am Herzen ebenso wie mein wundervolles Nutzungserlebnis. Ich finde diese Hinweise komplett überflüssig, weil heute jedes Kind weiß, was Tracking ist, was Cookies sind, dass man also gewisse Risiken eingeht, wenn man gratis fremde Websiten besucht – in der Regel, um gratis informiert zu werden. Es braucht nicht die staatliche Überregulierungs-Pädagogik! Das erzwungene Klicken auf „Einverstanden, akzeptiert“ geht mir auf die Nerven.

Ich könnte es schließlich auch lassen, das Website-Besuchen. Es ist eine Sache meiner Verantwortung, meiner Entscheidung. Ich empfinde es als übergriffig, andauernd auf Dinge hingewiesen zu werden, die ich eh schon weiß. Hält man uns für dumm? Für unmündig? Oder möchte man den Menschen das selbständige Denken abgewöhnen? Aber warum?

„Gehen Sie zurück auf LOS“

Diese Anweisung des Monopoly-Spiels zum Reset finde ich aktuell. Und chancenreich. Manchmal, wenn verirrt, braucht man einfach einen Reset. Mal wieder selber denken, gegen den Strich bürsten das Selbstverständliche, Gewohnte, vermeintlich Wichtige. Einfach Innehalten mit dem Alltagskram und kreativ werden. Sich auf sich besinnen: Wer bin ich, was will ich, was ist zu tun.

Er sei ein großer Junge, sagte mein 6-jähriger Sohn eines Tages, und meine ewigen Warnungen vor bösen Menschen würden ihm Angst machen. Er habe es kapiert: Er dürfe niemals mit Fremden mitgehen und Nein sagen. Es reiche ihm jetzt! Er wolle keine Angst gemacht kriegen! Was für ein Schlaukopf!

Angstmacherei torpediert Selbstverantwortung

Unvergesslich die Sache mit dem Gap. Als mein Sohn aufs Gymnasium kam, fuhr die Familie nach London. Wir wollten ihm  beweisen, dass der  anstehende Englisch-Unterricht sinnvoll war, weil es dort tatsächlich Menschen gibt, die diese Sprache sprechen. „Mind the gap!“ War das herrlich, diese Warnung in der Londoner U-Bahn vor dem Spalt zwischen Bahnsteig und Zugkante. Auch noch äußerst britisch ausgesprochen als „Mindathegap!“ Ah, wir hatten großen Spaß.

Zumal es uns so überflüssig pathetisch vorkam: Jeder sieht doch den Spalt, weiß um die Gefahr. Auch der Unbegabteste wird doch nicht den Fuß in den Spalt stecken, damit er womöglich zerquetscht wird!

„Gehen Sie nicht bei Rot über die Ampel. Seien Sie Kindern ein Vorbild!“ Gut, diese Ansicht kann man schlecht zurückweisen. Aber wozu die Schilder? Wozu der niggelige Appell?  Sind wir nicht mündige Bürger und haben Selbstverantwortung und auch Verantwortung für die Res Publica? Wer misstraut mir so und warum? Glaubt mir niemand mein gutes Gehirn und meinen Anstand? Woher kam dieses Misstrauen geschlichen? Wer bevormundet uns da eigentlich bei jeder Gelegenheit? Welche Ziele werden verfolgt – gegen unsere ureigenen individuellen Ziele?

Sozialpädagogisierung frisst Selbstverantwortung

Selbstverantwortliche Menschen gestalten ihr Leben individuell nach Lust und Laune und mit Zielen. Ziele helfen gegen Angst und machen unabhängig. Vorschriften dürfen individuelle Ziele niemals ersetzen, sofern sie sozial verträglich sind, also nicht die Freiheit anderer tangieren. Wenn Vorschriften individuelle Ziele behindern, dann ist Unfreiheit.

Jetzt kommen wir zur Sozialpädagogik: Ich glaube, sie hasst Selbstverantwortung, weil sie aus dem Helfersyndrom lebt, was letztlich eine Form von Herrschsucht ist. Schwache, unselbstbewusste Menschen werden gerne Kindergarten-Erzieher und Sozialpädagogen, weil sie es dann nur mit noch Schwächeren zu tun haben und sich also dadurch relativ aufwerten können. Sie machen deshalb ihre Arbeit auch meist bei geringerem Gehalt. Dennoch gibt es im Sozialpädagogischen einen Boom. Es lässt sich faktenbasiert so sagen: Sozialpädagogen haben sich von den Fachhochschulen aus in den vergangenen 50 Jahren ameisenhaft ausgebreitet bis in Behörden und Personalabteilungen hinein.

Die Betreuungswut in Zahlen

Ehrlich gesagt: Ich kann nicht erklären, wie genau es kam, dass sich der Betreuungsgedanke ausbreitete. Ob es um Babies geht, die schon mit wenigen Wochen Lebensalter in „Krippen“ gesteckt werden, oder um Strafgefangene oder um alleinerziehende Mütter, oder um Flüchtlinge bzw. Migranten oder um unsere alten Mitbürger in den Pflegeheimen – überall werden Menschen betreut von Betreuern. Das Betreuen ist schwer in Mode gekommen.

Das zeigen die Zahlen:

  • 1977 gab es in der Bundesrepublik Deutschland rund 20.000 Erwerbstätige, die einen auch akademischen Abscbluss als Sozialarbeiter und Sozialpädagogen hatten. Hier die Quelle.
  • 1993 waren es bereits 154.000 Sozialarbeiter und Sozialpädagogen. Quelle.
  • 2019 waren es schon 395.000, und im selben Jahr studierten 99.000 junge Menschen  Sozialpädagogik oder Sozialarbeit – so viele wie noch nie. 75% der Beschäftigten sind Frauen. Quelle.

Gewiss ein multifaktorielles Ursachengefüge – die Zahlen spiegeln jedenfalls eine Gesinnung, eine gedankliche Mode: dass Menschen nämlich staatlicher Hilfe bedürften. Dass sie es nicht alleine können, das Leben. Sozialhilfe zur Sicherung der Menschenwürde war früher in der alten Bundesrepublik begrenzt auf 1 Jahr und hatte das Ziel, Menschen temporär zu unterstützen, nach einem Stolpern wieder auf die Beine zu kommen. Aus der heutigen Hartz-IV-Betreuung kommen ganze Familienclans nie wieder heraus. Weil man sie betreut, anstatt sie zu ermutigen zu Selbstverantwortung und Eigeninitiative. So lernen Kinder und Kindeskinder am staatlichen Tropf zu hängen. Sie lernen nicht ihre Würde als aufgeklärte Menschen. Sie werden zu Opfern. So wurde die Generation geboren, die man Generation Schneeflocke nennt.

Wie das Opfer-Denken kam

Wer nicht selber groß ist, muss betreut werden, wird also zum Objekt, gibt die Verantwortung, die Kant in der Aufklärungs-Zeit proklamierte, ab.

Es war gut gemeint, glaube ich, damals in den 1970er Jahren, als man anfing, nach den Gründen zu forschen, wenn Menschen Gesetze brachen, straffällig, deliquent wurden, strauchelten. Als man auch anfing, aus Strafanstalten relativ komfortable Einrichtungen mit Fitnessraum, Fernsehen, dann mit Internet und mit seelsorgerischer sowie sozialpädagogischer Betreuung zu machen. Schlagwort „Re-Sozialisierung“. Es zeigt sich aber kontinuierlich immer wieder, dass bestimmte Menschen nicht resozialisierbar sind. Jedenfalls funktioniert das nicht mit gutem Zureden, wie sich mehr und mehr erweist, etwa aktuell am Mord an der 14-jährigen Ayleen.

Nein, nicht „die Gesellschaft“ ist grundsätzlich schuld, wenn ein Mensch einen anderen aus welchen Gründen auch immer ermordet.

Die Bartsch-Tragödie

Mit dieser Tragödie hat es angefangen, dass aus um Gerechtigkeit bemühter Ursachenforschung Verständnis und Mitgefühl für Täter und Identifikation sowie Solidarisierung mit ihnen wurde.

Passiert war dies: 1966 wurde der Metzgergeselle Bartsch verhaftet, weil er vier Buben vergewaltigt und umgebracht hatte. Seine Verteidigung übernahm der Star-Anwalt Bossi, der Unzurechnungsfähigkeit wegen einer traumtisierenden Kindheit nachwies. Der Fall war spektakulär schrecklich  und erregte entsprechend großes Interesse.

Wie konnte so Grausiges geschehen, was hatte den jungen Mann so sadistisch seelisch deformiert? Das bewegte viele. Über den Mörder wurden Bücher und Theaterstücke geschrieben. Auch ich las damals von Paul Moor „Das Selbstporträt des Jürgen Bartsch“, das bis über die Jahrtausendwende hinweg Grundlage für Theaterstücke wurde. Ein Faszinosum, die ganze geschichte. Ja, Kindheit und Jugend von Jürgen Bartsch waren ebenfalls grauenvoll gewesen und lieferten Erklärungen für seine Taten, die aber keine Entschuldigungen sein dürfen – solange man Menschen als beseelte, der Lebensverantwortung fähige sowie mit Willen und Entscheidungskraft ausgestattete Wesen betrachtet. Alternativ dazu ist ein sozialistisches Menschenbild, in dem Menschen Objekte, mithin Opfer, äußerer Prozesse und Beeinflussungen sind.

Das therapeutische Entschuldigen

Mehr und mehr kam es in Mode, Täter mit Erklärungen zu entschuldigen. Täter wurden so zu Opfern gewandelt und zu Objekten von Betreuern.

Gewalttäter kommen nun eher nicht mehr in Haft, sondern in die Psychiatrie. Ganz so, als gebe es die Selbstverantwortung nicht mehr. Auch eine schlimm traumatisierende Kindheit erklärt nicht spätere Gewaltverbrechen. Tatsächlich wird nicht jedes arme misshandelte Kind zum Mörder – es sei denn, dem Kind wurde Opferbewusstsein nahegebracht statt Selbstbewusstsein und Selbstverantwortung. Die verständnisvolle empathische Zuwendung von Psychotherapeuten und Sozialpädagogen schädigt einen schockierten Menschen tatsächlich noch mehr, weil sie die Schockiertheit vertieft.

Zum Prinzip Selbstverantwortung gehört es, Menschen in ihren Stärken zu bestärken und nicht, ihnen Schwächen einzureden bzw. sie dafür zu bemitleiden und also darin zu bestärken. Resilienz-Psychologie hebt deswegen auf die Stärken ab.

Alles andere erzeugt Opfer-Bewusstsein. Mitleid ist nicht Mitgefühl.

Mitleid macht Schwache schwächer ud Starke schwach

Nehmen wir an, ein Amoklauf in einer Schule passierte. Schnell kommen heutzutage die therapeutischen und seelsorgerischen Betreuer zusammen. Man sieht in den Zeitungen und im Internet dann Fotos und Videos von weinenden Menschen, sieht ihren Schmerz, ihre Umarmungen, wie sie sich gegenseitig trösten. Das heizt Mitgefühl an und unterbricht keineswegs den Krisenmodus, wie es der Name „Krisen-Interventionsteams“ verheißt. Instabile Menschen geraten nun leicht in eine Betroffenheits-Hysterie. Sie solidarisieren, identifizieren sich mit den echten Opfern des Geschehens, werden sozusagen zu Co-Opfern.

Geteiltes Leid nicht halbiert, sondern potenziert

„Reden Sie es sich von der Seele“, das ist der gutgemeinte Rat. Und es wird geredet und geredet und geredet – es wird Hysterie herbeigeredet, in Gruppen stecken alle einander reihum an mit ihrer Angst, ihrer Panik, dem ganzen Unglück. Das angelernte empathische Zuwenden der Therapeuten ist auch enorme emotionale Zuwendung für den Einzelnen, so dass es weiteres Weinen und Klagen quasi belohnt. So halbiert sich das geteilte Leid nicht, sondern es vervielfacht sich. So entsteht Abhängigkeit wie bei einer Psychotherapie, die länger als, sagen wir: ein halbes Jahr dauert.

Nur Trost und Zupacken bringen ins Lot zurück

Meine Meinung ist: Schmerz schafft sich seinen Raum. Man darf Menschen nicht in einen Schmerz und Schockzustand zusätzlich hineinreden. Denn auf diese Weise werden sie zu Opfern des Geschehens. Man muss sie dort herausholen und das schnell.

Es sind subtile psychische Prozesse unterschiedlicher Art, die da zusammenwirken: Geiseln haben zu tun mit dem sogenannten Stockholm Syndrom, das heißt: Sie identifizieren sich mit den Tätern. Ein Akt der Unterwerfung, vielleicht lebensrettend in der Gefahr. Danach muss der Mensch in seinem verantwortlichen Ich-Sein bestärkt werden.

Menschen, die Zeugen von Unfällen, Katastrophen wurden, identifizieren sich mit den Opfern. Ihr empathisches Mitgefühl verleitet sie, die Grenzen zwischen Ich und Du zu verwischen. Ihre eigene Identität wird aufgeweicht. Das nützt niemandem und es hilft nicht gegen die Schockierung und nicht gegen die Trauer. Führung hilft und die Hinwendung zum Leben hilft. Gerade im Unglück müssen wir uns zum Positiven wenden. So, wie sich die Hinterbliebendeen nach Beerdigungen rituell wieder dem Leben zuwenden.

Nur Führung macht Stärke

Nehmen wir zum Beispiel ein Kind, das gestürzt ist und sich blutige Knie geholt hat – es nützt dem Kind nichts, würde die Mama in sein haltloses Weinen einstimmen. Das würde das Kind zusätzlich panisch machen. So ein Kind braucht Trost und Zuspruch und vor allem muss die Mutter schauen, wie ernst die Verletzungen sind und sie muss sie versorgen. Dann fühlt sich das Kind wieder sicher.
Die Mama muss also die Führung übernehmen. Selbstverantwortung und Verantwortung hängen zusammen. Ein Kind, das vor Schmerz weint, braucht Trost, Verständnis, Hilfe und dann muss man es auf andere Gedanken bringen, damit es wieder „zu sich“ kommen kann.
Raus aus dem Schmerz, rein in die Stärke. Das ist der Weg. Das gilt auch für Erwachsene.

Andere Hilfskonzepte entstanden in alten Zeiten, als die Neurowissenschaften noch nicht das über das Funktionieren unserer Gehirne wussten, was sie heute wissen. Menschen im Schreck – Kinder und Erwachsene – brauchen nicht Betreuung, sondern Führung.
Die Neurowissenschaft legt lösungsorientiertes pragmatisches Denken nahe!
Kein Coach wird Sie daher jemals auf die Couch legen.

So richtet Coaching auf

Coaching ist die moderne neurowissenschaftlich gestützte Methode, Menschen in Not- und Schwächezuständen aufzurichten. Coaching setzt auf Stärke. Und zur Stärke gehört Selbstverantwortung.

Starke Menschen übernehmen Verantwortung für sich, ihr Leben, ihre Handlungen.

Wer jammert und immer irgendeine Schuld bei anderen sucht, ist nicht ganz bei sich, sondern eigentlich im Status eines Kindes. Ist regrediert, zurückentwickelt in alte Kindheitsmuster, sehnt sich vermutlich nach unterbliebener elterlicher Betreuung, wähnt, durch eine aktuelle Betreuung durch Ärzte und anderes Fachpersonal den alten Mangel ausgleichen zu können. Das ist aber in Wirklichkeit nicht möglich, sondern erzeugt Abhängigkeit und perpetuiert die unreife Bedürftigkeit aus der Kinderzeit.

Im Coaching werden Sie deshalb nicht flachgelegt, sondern Sie sitzen, gehen herum, benehmen sich insgesamt wie ein erwachsener Mensch auf der Suche nach Lösungen.

Selbstverantwortung heißt: Freiräume, Spielräume des Lebens zu erkennen und zu nutzen, auch wenn es mal so aussieht, als gebe es gar keine mehr.

Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, akut schwächeln sollten – besinnen Sie sich auf Ihre Kraft! Und wenn Sie gar keine mehr in sich finden können, was mir auch schon widerfahren ist, dann holen Sie sich Hilfe. Rufen Sie mich an oder schicken eine Mail an coach@dr-berle.de. Diese kommt direkt zu mir, nur ich lese und antworte zeitnah persönlich.

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