alt="Katze mit Brille und zugekniffenen Augen, love change leave"

love it change it or leave it

Das Werther-Prinzip oder: Leid edelt?

Falsch! Love it change it or leave it – Gestaltung!

Das Werther-Prinzip kennen wir von Goethe. Sie wissen, wie das war: Unglücklich verliebt, baden im Leid, schließlich Abschied von der schnöden Welt durch Selbstmord. Und die Literaturfigur löste eine ganze Mode aus. Was für eine PR-Story von 1774 – und alles  ohne Twitter und Facebook und Whatsapp! Goethe war mit einem Schlage eine Berühmtheit.

Ich frage mich die ganze Zeit, wie man diese Werthersche Neigung, im Leid zu baden, wieder abschaffen könnte. Zugunsten des anderen Prinzips, dem Prinzip der Lebensgestaltung nach dem Muster: Schau, was Du an der Sache gut finden kannst. Alternativ versuche zu ändern, was zu ändern ist. Und wenn das nicht geht, sei konsequent und wende Dich anderem zu.

Mit dem Hinschauen und Wahrnehmen fängt Gestaltung an.

love it change it or leave it.

Nicht so tun als ob!

Das machen leider die meisten Leute. Tragen eine Brille zum Bessersehen, aber kneifen die Augen dahinter zu, ziehen das Genick ein, verbringen ihr Leben im Dämmerschlaf zwischen Winter-, Oster-, Sommer- und Herbsturlaub. Vielmehr ist es eigentlich kein DämmerSCHLAF, sondern es ist eine Trance aus selbsterzeugtem Stress mittels Verplantheit und permanentem Aktionismus – sei es in Form endlose sich reihender Konferenzen oder pausenlosem Tausch sinnloser Nebensätze via Smartphone. Egal ob Direktor oder Hotline-Dame: Die Leute nehmen sich keine Zeit mehr für sich selber. Digital Detox ist ein Modewort inzwischen. Gemeint ist: Klinken Sie sich mal aus aus dem toxischen Trott der Hektik, tun Sie durchatmen, kommen Sie runter und zwar zu sich.

Gestaltung macht frei!

Love it, change it, leave it verkam irgendwann in den letzten 40 Jahren zum geflügelten Wort, das alle kennen, auf das aber nur die wenigsten hören. Love or Change or Leave ist eine Lebensstrategie und zwar die nicht des Leidens, sondern die der Gestaltung. Diese Strategie funktioniert nur, wenn man die Trance der Fremdsteuerung durch das Leid-Prinzip des vermeintlichen „MUSS“ abschüttelt und sich sich selber zuwendet. Das wäre eine Verhaltensänderung. Verhaltensänderungen setzen Änderung der inneren Einstellungen voraus. Das ist eine subtile Sache.

Einstellungssache – Ihre Sache

Wie wichtig nehmen Sie sich? „Liebe Deine Nächsten wie Dich selbst“ – das Jesus-Prinzip gilt immer noch, obwohl es den christlichen Amtskirchen gelungen ist, die steuerfinanzierten Kirchen immer leerer zu kriegen durch Belanglosigkeit. Sie nehmen sich und ihre Botschaften nicht wichtig genug. Sie wenden das Jesus-Prinzip nicht an, fürchte ich. Dieses Jesus-Prinzip bedeutet nämlich: „Liebe erst mal Dich selber!“ …. denn sonst müsste der Nächste ja wegrennen, würden Sie ihn mit einer Liebe übergießen, die das Wort nicht verdient. Ein nörgeliger, unzufriedener, in Konventionen erstarrter Mensch, der Wohltätigkeit über die Welt zu schütten behauptet, verströmt miese Energie. Wird auch nicht  ernstgenommen.

Wie können Sie sich wichtig nehmen? Indem Sie zu sich kommen. Die deutsche Sprache ist eine feine smarte Sache. In unseren Redewendungen steckt jahrtausendalte Weisheit: „Ich muss mal wieder zu mir kommen!“ … das meint: Innehalten, Bilanz machen, Hinspüren. Sich mit Willenskraft rausziehen aus dem Druck vermeintlicher Sachzwänge, Termine, Dos und Donts, all den Ablenkungen vom Eigentlichen.

love it change it or leave it.

Nehmen Sie sich für wichtig!

Sie sind der Dreh- und Angelpunkt Ihres Lebens! Auch wenn Sie kleine Kinder haben: Ihren Kindern geht es exakt so gut, wie es den Eltern geht. Wenn Sie sich angewöhnt haben, sich nicht wichtig zu nehmen, werden Sie irgendwann zusammenbrechen. Burnout. Dann geht es auch Ihren Kindern schlecht. Wenn Sie sich nicht wichtig nehmen, bringen Sie Ihren Kindern Dasselbe bei. Wenn Sie Ihr Leben nur durch Außendruck gestalten lassen, geben Sie Ihren Kindern ein furchtbar schlechtes Beispiel, das bereits mittelfristig in die Arztpraxen und Krankenhäuser führt. Stichwörter: Angebliche ADHS, Internetsucht, Fettsucht, Magersucht, Depressionen bei Kindern. Und Alkohol, Drogen, Psychopharmaka schon bei Kindern. Ebenso wie mangelnde Begeisterung – Burnouts wie bei Erwachsenen.

love it change it or leave it.

Ich will Sie ermuntern gegen den Strom zu schwimmen!

Nennen Sie es nicht Digital Detox, wenn Sie Ihr Handy in der Mittagspause und Abends (und Nachts!) ausschalten. Nennen Sie es „Ich komme zu mir!“

Klinken Sie sich aus dem Mahlstrom der sausenden Zeit aus. Beschließen Sie, zuweilen absolut NICHTS zu tun. Mindestens ein Mal am Tag einfach „sinnlos“ in den Himmel glotzen, die Augen den Wolken folgen lassen … automatisch werden Sie durchatmen und immer näher bei sich sein.

Wenn Sie Joggen, brauchen Sie absolut keine Musik in den Ohren! Schaffen Sie inneren Raum durch Stille. Hören Sie beim Joggen in sich hinein, atmen Sie bewusst den Wald-, Wiesen-, Regen- und Sonnengeruch in Ihre Lungen und Sie werden hinterher dastehen wie eine Eins.

Verordnen Sie sich und Ihrem Kind Spielzeit. Spielen Sie, erzählen Sie, lachen Sie zusammen. Genauso, als gäbe es sonst nichts Wichtiges auf der Welt. Ist ja auch so.

love it change it or leave it.

Liebemachen!

Kürzlich fragte ich eine ganz junge Klientin, was ich irgendwann im Coaching (fast) immer frage: „Haben Sie eigentlich noch Sex mit Ihrem Mann?“ Ihre Antwort war mehr als nur ein Nein: „Was?! Das auch noch?!!?“

Schaffen Sie Raum für Liebe aller Art! Und dann, dann kommen Sie zu sich. Und dann erst können Sie wahrnehmen, ob Sie das, was Sie tun, eigentlich noch lieben. Oder nicht. Und dann erst werden Sie die Kraft haben für die nötigen Änderungen, die Sie brauchen, um sich im Leben wohlzufühlen. Das ist kein Prinzip für Selbstmörder, sondern für Führer.

Das sind bekanntlich starke Persönlichkeiten, die sich selber führen können.