alt="coaching münchen & stuttgart: Dr. Berle - Grafik Siehst du im Spiegel den Führer, wenn du reinguckst?"

Führerprinzip

 

Führerprinzip: die jungen Gänse im Park

Wie gelingt Führung?

Führerprinzip der Gänse, wieso Gänse? Ja, kommt wirklich schlichtweg darauf an, wie man sich selber sieht. Sieht man sich selber etwa gleich als Adolf Hitler – nur weil man das Wort „Führerprinzip“ verwendet? Oder sieht man sich sofort als Opfer des Nationalsozialismus? Oder aber ist man überzeugter Islamist und Anhänger des Antisemitismus und freut sich beim Wort „Führerprinzip“? Tja, lauter aktuelle politische Fragestellungen im Deutschland des Jahres 2016. Alles ein bisschen neurotisch, das muss man sagen. Ideologie, das ist die Lehre von den Vorstellungen, sagt Duden … aha, welche Vorstellungen prägen uns eigentlich? Hält uns das einen Spiegel vor? Und welchen Spiegel? Und wen oder was sehen wir darin?

Gänse als Führer?

Was eigentlich haben junge Gänse im Nymphenburger Park mit dem Führerprinzip zu tun? War der letzte deutschen Großführer, Adolf Hitler, mit seinem widerlichen Antisemitismus in Wirklichkeit eine dumme Gans?? Neueste historische Nachrichten in Berles Coaching-Blog. Gänse als Vertreter des Antisemitismus, nur weil im Berle-Blog die Rede sich getraut, vomFührerprinzip zu reden?

Und was ist eigentlich ein Führer und wie wird man es? Brauchen wir überhaupt welche, wo wir doch weder im Stalinismus, noch im Nationalsozialismus noch leben? Ja, gibt es Führer überhaupt, wo wir doch alle gleich sind, wie der Schwarm begeistert behauptet, seitdem irgendwelche Leute Bücher schreiben über Schwarmintelligenz. Von der wieder andere glauben, dass längst erwiesen ist, dass es nur Schwarmdummheit gibt – wie ja gerade zum Beispiel die Schreckensentwicklung zeigt, die das Regime des letzten deutschen Großführers genommen hat. Na, lesen Sie ruhig weiter, wenn Sie es wissen wollen.

Es gibt nur Schwarmdumm.

Der Verhaltensforscher Konrad Lorenz hat ja bereits mit Graugänsen experimentiert, wie man weiß. Und uns damit einen Spiegel vorgehalten. Und seit heute morgen ist mir persönlich klar, warum er das tat. Das sind einfache Tiere ohne Großhirn, die machen keine Show, nur weil grad so ein Riesentier aufdringlich herschaut. Die fressen einfach weiter ihr Gras. Die kennen weder Duden, noch Video, noch Ideologie. Jetzt grad haben sie Junge und deswegen fauchen sie spitzzüngelig, wenn man einen gewissen magischen Näherungskreis überschreitet, oder ihn unterschreitet aus Perspektive der Gänse. Instinktgeleitete Tiere. Nix mit Ideologie und Duden. Wer also etwas über Instinkt lernen will, kann Graugänse beobachten. Die machen sich alles nach, so wie menschliche Schwarmmitglieder sich ebenfalls alles nachmachen. Die sind sich gegenseitig Spiegel, genau. Deswegen wollten alle Mädchen seinerzeit, als es aufkam, Barbiepuppen. Und alle Jungs hätten am liebsten einen Rennwagen.

 

Dieses eine Paar hier, das ich sah, hat einen Führer geboren!

Dieses eine Paar Graugänse hat heuer vier Junggänse in die Welt gesetzt, von denen jedes in meine beiden ausgebreiteten Hände passen würde. Ganz jung sind die noch und aber man sieht die Charaktere bereits. Äußerlich sind sie schmutzig-gelb und sehen gleich aus. Und sie imitieren ihre Eltern. Das heißt: Sie tappen herum, nicken wichtig mit den Köpfen und rupfen, rupfen, rupfen unaufhörlich die Grashalme heraus. Die Gänse kommen ohne jedes Erzieher-Lamento aus. Die sagen kein einziges Wort, die machen einfach und nachdrücklich vor, worauf es ankommt. Sie gehen herum und fressen. Eines der vier Gans-Kinder aber ist ein Führer.

Führer haben Eigen-Sinn.

Dieses Ganskind fiel mir auf, weil es mitten im Picken immer wieder plötzlich das Köpfchen hob und in die falsche Richtung guckte, es unterbrach das Picken und Grasrupfen. Und es guckte dorthin, wo die anderen nicht hinguckten. Dieses Ganskind wollte anscheinend die Welt schon erkunden. Und plötzlich rumpelte es auf seinen winzigen grauen Patschfüßen los, rumpelte, raste wie aufgedreht in die grottenfalsche Richtung. Es raste weg von der Familie, die war ihm wurscht. Es stolperte, es fiel, es rutschte aus, die Beinchen knickten ihm weg. Es verharrte schnaufend (so sah es aus), kauerte im Gras. Dann sprang es wacker auf und raste weiter, weiter und weiter von der Familie weg. Diese, die Familie, kümmerte das nicht. Vielleicht haben Grauganseltern im Hinterkopf auch Augen oder sie haben Spürantennen, die man nicht sieht, oder aber man nennt das Ganze einfach Urvertrauen. Die wussten, dass das Kind irgendwann zurückeilen würde, was auch so geschah. Aber langsam und in Kreisen. Dieser kleine Welterkunder machte begeistert sein eigenes Ding.

Führer fallen über Maulwurfshügel und sie …

… stehen sofort wieder auf. Menschen nennen das Fehlerkultur und Psychologen unter den Menschen wissen, dass eine Reihe von Fehlern am Schluss das wird, was sich Lernen nennt. Wer lernt also am meisten? Richtig, das sind die mit dem Eigen-Sinn, die in unerforschte Gegenden rennen, über Maulwurfshügel stürzen, wieder aufstehen und dabei unweigerlich ihre Ich-Muskeln trainieren. Wo Menschen von Body-Building schwärmen, trainiert so eine Führer-Gans schlichtweg ihren Ich-Muskel und erwirbt die Grundlagen der Führungsqualität. Ich habe aber leider kein Video, das ich Ihnen zur Dokumentierung zeigen könnte.

Wie gelingt Führung?

Hart im Nehmen, kühn, ungebrochen im Willen – so nennen wir Menschen das, was so ein Gänseführer lernt, indem er rumpelt, stürzt und aufsteht, dabei immer weiter sein Gras rupft. Wir Psychologen wissen, dass kreative Lösungen nicht gefunden werden durch das sture Imkreisdenken, sondern durch die intellektuellen Ausfallschritte in unbekanntes Terrain, wo die Fehlerfallen lauern, aus denen sich aber das Richtige erlernt. Die kesse Junggans lernt gerade da Führerprinzip. Oder so gesagt: das Führerprinzip wohnt in ihr und deswegen lernt sie!

Die Führer unter meinen Klientinnen und Klienten wussten schon als Kind, dass sie in Führung gehen wollten und viele wurden als aufsässig, „bossy“ und überheblich beschimpft, steckten deswegen zurück, merkten es aber immer wieder, dass sie nicht im Schwarm ersticken wollen und auch, dass Schwärme der Führung bedürfen. Allein schon, damit neue Weidegebiete entdeckt werden, denn der Schwarm tritt ja gerne auf den gewohnten Stellen herum, solange bis dort nur noch harter Lehm und kein einziges Gras mehr wächst. So potenzielle Führer brauchen entweder Eltern mit Gelassenheit, Durchblick und eigener innerer Größe oder später eine Spinn-Doktorin und Brainstormerin wie mich – und schon kommt die Persönlichkeit hervor und darf sich entwickeln.

Schwarmintelligenz gibt’s nicht

Wenn jemand im Pulk eine eigene Meinung (etwa zum Antisemitismus oder zum Nationalsozialismus oder zum Islamismus oder zu einem Video) hat, verliert er die in der Regel schlagartig, sobald er merkt, dass jemand anders was anderes denkt. Wenn Sie sich das als Kette vorstellen, erkennen Sie das Wesen der Schwarmdummheit. Einer macht den anderen nach, mal so, dann wieder so. Mal der diesen, mal dieser den. Es kommt aber nix raus bei dem Verfahren. So lange nicht, bis sich jemand als Spitze betrachtet und eisern an der eigenen Meinung festhält sowie sich Eisenträger anheuert, um diese Meinung auch im etwaigen Verteidigungsfalle zu sichern. Mehr und mehr Leute glauben dann im Laufe der Zeit, dass der Führer recht hat und teilen seine Meinung folglich. Aus Dummheit und aus Angst.

Gute Führer erkennt man an ihren Werten.

Viele haben gleich gemerkt, dass der letzte deutsche Großführer kein guter Mensch war, da er andere zu Untermenschen erklärte und ihre Vernichtung nahelegte. Menschen- und Gänseverachtung – so etwas kennen Gänse nicht, weil sie eben kein Großhirn haben, nur ihre Instinkte und Gene. Menschenverachtung zeichnet immer die üblen Führer aus. Die Tatsache, dass es üble Führer gegeben hat und gibt, bedeutet nicht, dass Schwärme intelligenter sind. Es reicht heutzutage ein winziges bisschen ZEIT-Druck aus, um Schwarmmitglieder zu menschenverachtendem Verhalten zu bewegen, dass es jeden vernünftigen Menschen vor Grauen schüttelt, der das mitbekommt. Dann sagen die, es gebe eben Sachzwänge. Alternativen gebe es nicht. Untertanenargumente wie im Dritten Reich. Dies habe ich in den Jahren gelernt, die ich gezwungen war, mehr Einblicke in die Welt der Pflegemafia in Deutschland zubekommen, als mir lieb war. „Schluss, sag ich!“ ist ein programmatischer Buch-Titel und Zitat einer alten Lady, die am Schluss ihres Lebens stand und mit viel Autorität zuweilen auf den Tisch haute, wenn ihr der Stumpfsinn zu viel wurde.

Der Schwarm duldet Unrecht, verhindert es nicht.

Kaum jemand der geistig und körperlich noch Gesunden registriert die in den Pflegeheimen übliche manifeste oder zumindest latente Menschenverachtung. Der Schwarm ist im Moment ganz Deutschland von den sogenannten einfachen Bürgern über faule korrupte Politiker, eine „Pflegemafia“-Lobby bis hin zu einer Regierung, die so tut, als gäbe es nur Außenpolitik. Vielleicht weil das privilegierte Reisen so viel Spaß macht.

Sind Menschen, die mit verblendetem Sinn und in kaputten Fischerbooten mit dem Risiko, das eigenen Leben zu verspielen übers Meer irgendwohin flüchten wollen ärmer dran, als unsere eigenen alten Mütter und Väter, die körperlich und seelisch unserer Fürsorge bedürfen, weil sie nur noch dem Tod entgegenwachsen und die aber mit der Duldung des Schwarmes in Pflegebatterien auf eine nachlässige Weise am Leben gehalten werden, dass sie ihrer Persönlichkeiten und aller Lebensverdienste beraubt werden? Dekonstruktion von Menschlichkeit und Menschenwürde.

Nur Führung verhindert Unrecht. Wo keine ist, muss eine werden. Das ist gutes Führerprinzip.

Durch Sie beispielsweise.

Und mich. Und Sie dort auch. Machen Sie mit? Interessiert Sie Menschenwürde?