V-Kurven mit Höhenflug

 

V-Kurven machen Hoffnung

 

V-Kurven – erst mal der Absturz, dann der Höhenflug. Oder aktuell so gesagt: Dem Karfreitag folgt Transformation und Wiederauferstehung.

Wespen im Frühjahr – zahlreich, gestresst, der Wabenbau pressiert. Heute früh in der Küche war eine am Fenster bei mir, die wollte mit dem Kopf durchs Glas. Stur, idiotisch. Wedeln half nichts. Sie wollte durchs Glas. Es gibt Menschen, die so eine Wespe einfach um die Taille packen und raussetzen. Ich tue das nicht, denn die können ja sogar mehrfach stechen. Die sanfte Hilfs-Methode mit dem übergestülpten Glas ignorierte diese Wespe, und so wurde ich vom freundlich-wedelnden Gott zum strafenden Gott. Ich haute ihr mit der Zeitung aufs Haupt.

Sie stürzte steil nach unten, verwirrtes Brummen. Ich riss die Balkontür auf und sagte ihr: „Du bist platt, wenn du jetzt nicht sofort rausfliegst.“ Da – zack – nahm sie den … naja: Hinterleib hoch und weg war sie.

Manche Leute, mir scheint, es ist der Mainstream, machen es, wie die Wespe. Sie kriegen den … Allerwertesten erst hoch, wenn sie ganz unten aufgeschlagen sind. Dann klagen sie über Gott, der sie gestraft habe, und seiner Ungerechtigkeit. In Wirklichkeit hatten sie einfach die Glasscheibe nicht realisiert, sondern beharrten auf dem Linear-Prinzip des Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Drückens. Gegen alle Vernunft diskutiert man und fragt und fragt und fragt sich, wie der beste Weg sei, den Kopf da geradeaus durch zu kriegen! Das funktioniert aber nicht.

V-Kurven-Botschaft: Fallenlassen vor Transformation

Gut, Wespen haben kein Großhirn, haben keinerlei Bildung. Sie wissen einfach nicht, dass die Götter Mensch das Glas erfunden haben, was man nicht sieht, nicht hört, nicht riecht. Ich habe aber den Eindruck, dass es gewisse Wespen gibt, die die Sache mit dem Glas-Gott schon kennen: Man muss still halten, dann kommt etwas von oben, dann wird ein Boden unter die Beinchen geschoben, dann plötzlich ist wieder Freiheit und Luft. Vielleicht sind das die Alten unter den Wespen, die schon Erfahrungen gesammelt haben. Vielleicht war diese meine Wespe heute sogar eine der Uralten, die wissen, dass man sich manchmal fallen lassen muss, um zu überleben?

Also dieses Verbeißen, diese ständige mit dem Kopf gegen die Wand – das ist, was soll man sagen … es ist für Wespen und Menschen-Götter schlichtweg selbstschädigendes Verhalten. So weit ich weiß, haben Wespen gar kein Hirn. Aber Menschen haben es sicher. Warum also machen diese Hirn-Besitzer meistens immer genau Dasselbe – Rumms-Bumms-Gegen-Das-Glas-fliegen? Obwohl sie doch merken, dass es nichts bringt außer Schmerz? Jetzt eben hatte eine Führungskraft im Maschinenbau-Gewerbe nach dem animierten Vorgespräch mit mir dann doch noch die Mama gefragt und hernach mir geschrieben, sie können sich das Coaching nicht leisten. Sie leitet eine Abteilung, sie macht aber in ihrem Unglück doch lieber weiter wie bisher. Als wäre sie eine Wespe ohne Hirn und ohne Erfahrung.

Die Strahlen der Sonne vertreiben die Nacht

Das könnte ein Hirnforscher geschrieben haben. Es wurde aber vom Mozart getextet für die Zauberflöte.

„Die Strahlen der Sonne vertreiben die Nacht.“

Man könnte auch so sagen: Wenn es ganz ganz dunkel ist, also mitten in der Nacht, mitten in den Krisen, dann kommt die Umkehr! Dann fängt der Tag an, dann wird es hell und es geht wieder aufwärts voran.

Das ist das Gesetz der V-Kurven: Nach dem Absturz, ganz unten, ist die Rettung am nächsten. Die Verzweiflung nach dem Fall, die Verwirrung des Sturzes erzeugen jene Impuls-Pause, die es braucht, um aus der Trance des sturen Nach-Vorne-Drückens rauszukommen und hinein in die frische Luft kreativer Handlungsbögen.

„Friss oder stirb!“ Ganz unten angekommen sammeln Menschen in der Regel ihre ganze Überlebenskraft und sammeln die und starten neu durch.

Vielleicht erst da, weshalb ja viele immer behaupten: „Es muss noch schlimmer kommen, ehe es wieder besser wird.“

Ja, so dräuend kann man V-Kurve auch interpretieren. Ich mag diesen Satz nicht. Ich weiß inzwischen, es „muss“ nicht noch schlimmer kommen – das passiert im Menschenleben oft ganz von selber. Und die Starken nutzen dann die Gelegenheit.

Ich denke in der frei wirtschaftenden Gesellschaft würde genau dasselbe passieren. Sofern nicht staatliche Diktatur- und Regulierungs-Eingriffe verhindern, dass die Marktteilnehmer ihre Kräfte sammeln, neu sortieren und dann mit neuen Ideen neu durchstarten. V-Kurven brauchen also Freiheitswillen, um zu funktionieren.

Es gibt keinen strafenden Gott. Aber Sie und Ihren Willen. Achten Sie auf den Schmerz und besinnen Sie sich auf die Vision von Freiheit in der frischen Luft!

 

Weiterführende Links

Das V-Kurven-Prinzip aus neurowissenschaftlicher Sicht

Warum Glasscheiben und Stereotypen keine Komfortzonen sind

So kaufen Sie sich Mut!

 

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