Coaching-Tools

 

Coaching-Tools – mehr als Reden

Der Erfolg beginnt beim ersten Schritt und verfestigt sich durch Übung, das ist im Coaching ebenso wie im praktischen Leben.

Zum psychotherapeutischen bloßen Reden gibt es heute moderne Alternativen. Unser Gehirn liebt Verblüffung und die Feuerwerke der Bilder.

 

Brainwash

Coaching-Tools nennt man strukturierte Gedankenübungen, die auf der Grundlage psychologischer Gesetzmässigkeiten und auf der Grundlage der Erkenntnisse der Gehirnforschung, der Neurowissenschaften, in verschiedenen psychotherapeutischen Schulen entwickelt worden sind und weiter entwickelt werden.Es ist Handwerkszeug, was ein professioneller Berater und Coach beherrschen muss. Manche Coaches sprechen provokant von Psychotricks.

Wenn Sie als Klient und Klientin zu mir ins Coaching kommen, merken Sie gar nicht, dass in den Coaching-Gesprächen andauernd Tools versteckt sind, die Sie schnell und leicht zu neuen Denk- und Handlungsmustern bringen. Vulgo: Brainwash. Manche dieser sogenannten Psychotricks oder Coaching-Tools mache ich im Coaching gerne transparent – damit Sie sie zuhause weiterhin auch selber anwenden können, um die Erfolge unserer Zusammenarbeit nachhaltig zu machen.

Aber ich verrate nicht alle. Weil vielfach die Wirkung der Psychotricks auch mit der Persönlichkeit, der Überzeugungskraft dessen zusammenhängt, der und die sie einsetzt.

 

Psychotherapie und Fortschritt

Die klassische Psychotherapie ist nicht lösungsorientiert, sondern problemorientiert. Man ist bestrebt, Probleme aus dem Unterbewusstsein ans Tageslicht zu holen, in der methodischen, traditionellen Grundannahme, das führe zu Lösungen. „Reden wir drüber, sprechen Sie sich mal richtig aus!“

Wir wissen aber aus den Neurowissenschaften, dass das im Nu zu Re-Traumatisierungen führt, denn jene Gehirnautobahnen verfestigen sich, die häufig genutzt werden. Lernen Sie mal das russische Alphabeth, wie ich es eben mache: Das muss man üben, da hilft alles nichts. Und das Üben macht die Gehirnautobahnen, so dass wir uns die Dinge merken.

Wenn also jemand immer wieder auf die Ehefrau schimpft, von der er sich scheiden lassen will, dann werde ich sehr schnell die Gedankensäge ergreifen und fragen: „Was sind eigentlich drei gute Eigenschaften Ihrer künftigen Ex-Frau?“ Stutzen ist die Folge, die Problemfahrt wird angehalten. „Was? Gute? Nee, die hat keine guten!“

Aber die Gedankentätigkeit geht doch jäh in eine andere Richtung, wo es heller ist, wo Energie schlummert. Der Mann lacht, befreit. Denn – genau – sie hatte mal gute Eigenschaften! Er ist schließlich kein Vollpfosten, niemals hätte er dieses blöde Frauenzimmer geheiratet, auf das er eben noch so geschimpft hat! Er hat diese andere geheiratet! „Ha, die war sehr hübsch und fröhlich. Und sie ist gut zu den Kindern. Und sie ist immer mitfühlend, ja.“

 

Siege aus Niederlagen!

So geht’s ja schon los! So geht Veränderung los!

Der Mann kann jetzt aufhören, sich selber Vorwürfe zu machen. Welche Erleichterung! Sind doch neben den Selbstzweifeln die Selbstvorwürfe die schlimmsten Kraftfresser!

Es wächst der Selbstrespekt und damit auch die Bereitschaft, sich selber ein neues Leben zu gönnen. Wer in ein neues Leben strebt, klebt nicht mehr im Negativdenken der als Niederlage empfundenen Ehescheidung. Will auch nicht mehr kämpfen und verletzen, sondern will schnellstmöglich einen guten Abschluss für den guten Neustart. Womit wir bei den Lösungen wären. Lösungsorientiertes Denken macht aus den Niederlagen Siege, sieht in und neben den Schwächen auch die Stärken, was man Resilienzpsychologie nennt.

Dafür muss man Erwachsenen die Köpfe verdrehen, wie man es mit Kindern machen muss, die ein Schreikrampf gepackt hat. Der hört sofort auf, wenn Sie dem Kind fünf Pfund Wärme rüberspielen und eine Story erzählen von dem sprechenden Marienkäfer, den Sie vor einer Minute dort drüben im Gras getroffen haben. Und dann beschreiben Sie noch den rosa Sonnenschirm, den dieser Marienkäfer in dem rechten Vorderfüßchen hielt …

 

Alles ist Spiel

Das ganze Leben ist Coaching-Tool.  Nehmen wir mal den Klimawandel, den erschrecklichen! Ich habe im Moment wieder erlebt, wie sich das Klima wandelt. Gestern lag Gräfelfing unter Schnee wie Leichentuch. Dann kam die super-organisierte Straßenreinigung und jetzt hat der liebe Wettergott den Himmel freigewischt, der wieder blau strahlt mit der Sonne.

Das Klima wandelt sich jeden Tag – und das seit Jahrmillionen! Überlegen Sie mal…

Oder dieser tieftraurige junge Mann aus Hannover saß in Rosenheim beim Kongress für Positive Psychologie auf der Bühne und erzählte Robert Biswas-Diener seinen Kummer, als der plötzlich aus der linken Hosentasche etwas herauskramte. Der Saal war sehr gespannt. Der junge Mann aus Hannover auch. Robert hielt ihm einen abgeschnittenen Elektrostecker hin: „Nimm ihn, schenke ich Dir! Wie fühlt er sich an?“

Der junge Mann aus Hannover war irritiert, leicht erzürnt geradezu über den banalen Stecker, meinte dann, ja, fühle sich hart an, komplex irgendwie, interessant, erstaunlich auch mit diesen zwei Stiften vorne … ich weiß nicht mehr, ob Robert Diener sagte „Wie wandeln sich Deine Probleme, wären sie genauso wie dieses Ding hier ausm Baumarkt?“ Oder ob er sagte: „Erinnere Dich an Momente deines Lebens, in denen Du eine komplexe Situation mit Härte zu einer interessanten Lösung gebracht hast…“ Es ist auch egal. Der junge Mann jammerte nicht mehr, sondern hatte nun einen geschenkten Elektrostecker in der rechten Hosentasche. Seine Nachdenklichkeit hat ihn inzwischen sicher zu Lösungen geführt. Momentweise hatte ich gedacht: „Jetzt haut er dem Robert gleich eine runter.“ Er hockte aber nicht mehr wie ein Jammerlappen auf dem Stuhl.

Die Wirklichkeit ist das, was wir von ihr halten und was wir aus ihr machen.

Übrigens, die Eheversprechen: „Bis dass der Tod uns scheidet“. Liebe kommt, Liebe geht. Ist sie tot, ist die Ehe vorbei.