alt="Familienstellen ist systemische Psychologie wie Coaching"

Familienstellen schafft Ordnung

Weil es keine Freiheit ohne Ordnung gibt.

Oder: Mein Vater hat doch nicht Russland überlebt, damit wir jetzt verzweifeln!

Familienstellen löst schlechte Muster auf

Angenommen, Sie geraten immer wieder an dieselben falschen Partner, es ist wie verhext, denken Sie …. oder angenommen, es geht Ihnen wie einem meiner Klienten, der diese Trauer nicht loswurde, egal, was er machte (und er machte wirklich viel!) …. oder sie sind andauernd in Unfälle verwickelt …. Ihr Kind ist ein notorischer krimineller Tunichtgut …. oder Sie sind wie jener Bekannte, der immer wieder in Insolvenznähe rutscht mit seiner Firma … in solchen „notorischen“ Fällen hilft Familienstellen sehr oft und zwar deswegen, weil damit unbewusste emotionale Verstrickungen sichtbar und gelöst werden. Familienstellen wirkt nachhaltig befreiend und kompetenzsteigernd. Familienstellen könnte auch einen depressiven Staat wie Deutschland wiederbeleben.

Was ist das?

Familienstellen ist ein bildgebendes Verfahren der Psychologie für seelische Prozesse, die sich in tiefen Bereichen der Psyche abspielen – analog zu den bildgebenden Verfahren der Medizin wie Röntgen, MRT, Ultraschall etcetera. Medium ist nicht Hightech-Knowhow, sondern das feinste Instrument der menschlichen Kommunikation: die Empathie.

Familienstellen heißt auch Familienaufstellungen, Strukturaufstellungen, Organisationsaufstellungen. Es löst Konflikte und Verstrickungen rückwirkend. Eine Organisationsaufstellung kann etwa helfen, Drehbücher für Filme zu entwickeln, hilft ebenso, einen klaren Blick zu bekommen auf anstehende strategische Unternehmensentscheidungen, hilft diese zu gestalten und zu optimieren.

Wie funktioniert es?

Beim Familienstellen treten seelische  Konflikte „wie von allein“ zu tage. Emotionale Verstrickungen werden ohne Krampf und Kampf sacht aus dem Unterbewusstsein an die Oberfläche der bewussten Wahrnehmung geholt. Sie werden mit Hilfe von menschlichen „Stellvertretern“ buchstäblich in den Raum gestellt, werden so sichtbar und fühlbar und ebenso zeigen sich in der Bewegtheit der Aufstellung auch Konflikt-Lösungen. Unbewusstes, fremd-determinierendes Befinden und Verhalten lässt sich in Freiheit und neue, selbstbewusste Entscheidungskraft wandeln.

Empathie, Einfühlungsvermögen – beim Familienstellen tauchen Menschen ins energetische Kraftfeld anderer Menschen ein, werden durch ihre Empathie zum Medium der feinstofflichen Informationsübertragung aus Familiensystemen heraus. Wer je an einer Familien- oder Strukturaufstellung teilgenommen hat, wird dies bestätigen. Wenn Sie diese Erfahrung noch nicht gemacht haben, werden Sie vermutlich zweifeln, sich womöglich an die Stirn tippen. Das finde ich verständlich.

Jedoch: Man muss nicht an Liebe glauben, um sie zu spüren! Noch gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis dieses Gefühls-Stoffs Liebe. Und doch kennen wir sie und glauben an sie, wir besingen sie und sie macht uns Hoffnung. Empathie ist Liebe.

Familiensteller sind meist lebenserfahrene, intelligente Menschen mit besonderer Empathie und intuitiver Begabung. Sie lernen gründlich, assistieren lange ihren Lehrern, ehe sie eigene Aufstellungs-Arbeiten anbieten.

Ausprobieren!

Wenn Sie meinen, in bestimmten Mustern festzuhängen, dann sollten Sie sich jemanden suchen, der/die das „Familienstellen“ gründlich gelernt hat und praxiserprobt ist. Und Sie sollten einen Versuch starten. Zur Ermutigung ein Bericht in zwei Teilen von persönlichen Familienaufstellungen, ein wenig psychologischen Hintergrund und am Schluss ein Übertragungsversuch auf die aktuelle Politik.

 

Wie ich meinen ersehnten älteren Bruder fand

Es war ein Ehekonflikt, der mich vor vielen Jahren das erste Mal zu einer „Familienstellerin“ führte. Wie viele, so hatte auch diese Frau bereits eine erste Berufs-Karriere gemacht, ehe sie den inneren Ruf spürte und umsattelte. Sie war Medizinerin. Ein anderer Familiensteller, den ich kenne, ist promovierter Jurist, eine weitere war Informatikerin und Managerin in einem Großkonzern.

Heilung statt Verdrängung

Die ehemalige Medizinerin hatte in ein Seminarhaus irgendwo in Oberbayern eingeladen. Man kann zu einer Aufstellung mit einem Problem kommen und dieses Problem aufstellen lassen. Man kann aber auch einfach teilnehmen und profitiert dann in der Regel für das eigene Leben enorm durchs unterstützende Zuschauen und als Stellvertreter. Diese Stellvertreter agieren für andere. Das schafft Distanz und erleichtert Heilung: Auch große, dramatische Konflikte dürfen sich zeigen und können von den Betroffenen „dissoziiert“, quasi von außen angeschaut werden. Die klassische Schutzabwehr gegen Traumata, die Verdrängung, kann auf diese Weise behutsam aufgelöst werden, so dass Heilung stattfindet.

Und dies erlebte ich:

Ich schilderte der Medizinerin mein Anliegen, und sie sagte: „Suche Dir Stellvertreter für Deine Mutter und für Dich selber.“ Von hier an regiert nicht mehr die Ratio, sondern Bauchgefühl, Intuition und Empathie. Ich schaute in die Runde, ungefähr 15 Teilnehmer saßen im großen Kreis.

Intuitiv ging ich zu einer Frau und bat sie, für meine Mutter zu agieren. Eine andere bat ich, meinen Part zu übernehmen. Die Menschen wissen absolut nichts über meine Person, wissen nichts über meine Familiengeschichte. Die beiden Frauen, die für mich zu agieren bereit waren, wussten nur: Es geht um eine Mutter und eine Tochter.

Ich führte beide in die Mitte des Kreises und platzierte sie so, wie mein Gefühl sagte, dass es sein müsse: Sie standen sich gegenüber, einander zugewandt, ungefähr zwei Meter entfernt voneinander.

„Wie fühlst Du Dich?“ fragen Aufsteller die Stellvertreter und der Wandlungsprozess fängt an. Mein Alter-Ego dreht sich etwas weg von der Mutter, zog die Schultern hoch.

Meine Mutter-Stellvertreterin schaute suchend herum. Ihr Blick hob sich zur Decke des Raumes. Dann begann sie, über Schmerzen in beiden Knien zu klagen und meinte, es sei kaum auszuhalten. Ihre Knie knickten fast ein, es war, als trage sie sehr schwere Last. Ich selber saß als Zuschauerin im Kreis und hielt die Luft an! Ich war fasziniert und schockiert gleichzeitig. Meine Mutter in der Wirklichkeit hatte erst vor kurzem große Knieoperationen an beiden Beinen durchgestanden. „Wieso konnte die Stellvertreterin das wissen, woher? Wie war das möglich?“ Außerdem hatte die Frau einen Gesichtsausdruck angenommen, den ich von meiner Mutter nur zu gut kannte: Abwesend, traurig, sehnsuchtsvoll … vor allem als kleines Kind hatte ich diesen Gesichtsausdruck buchstäblich gehasst, so sehr fürchtete ich ihn.

Die Tochter-Stellvertreterin guckte ebenfalls entsetzt auf die Mutter. „Ich weiß nicht, was ich eigentlich hier soll, sieht die mich denn gar nicht?“, antwortete sie ratlos auf die Frage der Aufstellerin. Dann sagte sie, sie friere und friere immer mehr und sie würde sich am liebsten auf den Boden legen, so derartige Müdigkeit überkomme sie.

„Folge Deinem Gefühl!“ das ist eine Anweisung, die Sie in einer Familienaufstellung oft hören werden. Mein Stellvertreter-Ich lag nun am Boden und klagte, es werde ihr immer kälter. Tatsächlich hatte sie inzwischen ein kreidebleiches Gesicht. Dann sagte sie „Ich glaube, ich bin tot.“

Die Aufstellerin interpretierte die Szene so: „Die Mutter hat mindestens ein Kind verloren, sie schaute immer in den Himmel. Deine Stellvertreterin war in Wirklichkeit nicht die Deine, sondern stand für ein anderes Kind Deiner Mutter, das irgendwie zu Tode gekommen ist, womöglich durch eine Abtreibung.“

Ich muss sagen, dass ich zunächst zu kämpfen hatte mit erheblicher Ungläubigkeit. Dann mit Ratlosigkeit. Was, dachte ich, hatte diese ganze Sache mit meinen Eheproblemen zu tun? Und hatte das überhaupt mit mir zu tun? Aber andererseits … woher hätte denn diese Frau Stellvertreterin von den Knieoperationen meiner Mutter wissen können … Fragezeichen über Fragezeichen für viele Wochen, ja Monate.

Des Rätsels Lösung.

Dann, eines Tages, sagte meine Mutter bei einer gemeinsamen Kaffeestunde eher beiläufig: „Ja, du weißt doch, das du einen älteren Bruder hattest, nicht wahr? Wir nannten ihn Roland. Wir hatten das Gefühl, dass ich einen Jungen bekommen würde. Aber im 5. Monat verlor ich dieses mein erstes Kind!“ Und sie beharrte darauf, mir schon oft von diesem Roland erzählt zu haben.

In Wahrheit aber hatte niemand in der Familie jemals über diese Fehlgeburt gesprochen! Nicht einmal die beste Freundin meiner Mutter, die ich später einmal fragte, wusste davon.

Neu-Ordnungen mit Sprengkraft

Viele Menschen berichten von erstaunlichen Enthüllungen in der Folge einer Familienaufstellung, ganz so, wie ich es erlebte. Totgeborene Kinder, abgetriebene Kinder werden sichtbar, durchbrechen die schamvolle Mauer des Schweigens. Selbstmörder tauchen ebenso auf wie uneheliche Kinder oder kriminelle „schwarze Schafe“, über die bei Familientreffen wie auf Verabredung niemals gesprochen wird.

Lüge bewirkt Irritation

Das Totschweigen erzeugt aber ein energetisches Feld. Vor allem Kinder mit ihren noch unverstellten intuitiven Sensoren merken den Erwachsenen an, wenn sie Gefühle unterdrücken, wenn sie lügen, wenn sie so tun als ob und unaufrichtig sind. Nichts irritiert Kinder so sehr wie Unaufrichtigkeit der geliebten Erwachsenen. Das Lügen der Familien behindert Kinder in der freien Entwicklung, weil Lüge das Weltvertrauen torpediert und Menschen Weltvertrauen brauchen, um Selbstvertrauen zu entwickeln. Kinder brauchen Sicherheit, nicht Irritation. Kinder rutschen unbewusst auch leicht in eine falsche Rolle hinein – treten energetisch an die Stelle eines totgeborenen Geschwisterkindes. So wie es mir geschehen ist. Oder an die Stelle eines ausgegrenzten, totgeschwiegenen Vorfahren.

alt="Familienstellen, drei Berle-Kinder"

 

Essen und Kraft für drei

Warum etwa sagte mein Vater damals so oft „Lass das Kind doch essen, wenn es Hunger hat! Sie isst für zwei!“ Ein  unerklärliches, unangenehmes Gefühl machte mir das. Und manchmal behauptete mein Vater sogar, „das Kind“, also ich, müsse für drei essen. Was für eine Zumutung, für drei essen zu müssen, die man nicht kannte und wieso musste ich?! Wie kam dieser mein lustiger Vater auf so eine blöde Idee? Wieso sagte er so blöde Sachen? Und aber womöglich hatte er Recht?

Wer für zwei oder gar drei essen muss, wird leicht ein dickes Kind. Und so wurde ich ein sehr dickes Kind bis ich in der Pubertät diesem Spuk, der ein unbewusst arbeitendes Programm erzeugt hatte, mit meiner herangewachsenen Willenskraft ein Ende machte. So ein Programm arbeitet stillschweigend im Unterbewusstsein mal leise mal laut vor sich hin.

Unordnung bewirkt Unordnung

Hatte mich mein Unterbewusstsein bei der Wahl meines Ehepartners in Wirklichkeit meinen toten Bruder suchen lassen? Ich glaube, so war es. Mein damaliger Mann und ich – tatsächlich hatten wir nach der Geburt unseres Sohnes ein überwiegend geschwisterliches Verhältnis zueinander. Viel Respekt, viel Übereinstimmung und Zusammenhalt, aber der Liebes-Engel war verschwunden.

Im Nachhinein sehe ich, dass machtvolle Programme aus dem kollektiven Unbewussten zweier Familien gegen den Amor und gegen Glück agierten. Viele Familien sind depressive Familien, in denen das Todesprinzip Thanatos regiert und das Glücks- und Lebensprinzip Eros bekämpft. Krankheiten werden generiert, Angst regiert und erstickt die Liebe.

Solche Programm erzeugen dann Denk- und Verhaltens-Muster, an denen Menschen leiden, weil sie weder Ursache kennen noch die Lösungen. Es herrscht emotionale Unordnung, die personelle Stärke und Selbstbewusstsein, Selbstdurchsetzungskraft blockiert.

 

Familienstellen räumt Systeme auf

Wir hängen alle zusammen

Die Psychoanalytikerin Virginia Satir begriff vor vielen Jahrzehnten, dass ein Mensch immer Teil eines Groß-Clans ist. Er ist ein einzelnes kleines Knötchen in einem riesigen Beziehungsnetz.

Auch wenn Sie bisher glaubten, als Einzelkind einer modernen Kleinfamilie autark aber ziemlich einsam in der Welt zu stehen, ist es in Wahrheit so, dass Sie nie allein sind. Auch als Einzelkind hängen Sie im Netz, stehen Sie in einem energetischen Zusammenhang mit ganzen Pulks von Vorfahren, lange nachdem die einzelnen Schicksale und Namen längst in die Vergessenheit gerutscht sind.

Die Fotos der chinesischen Terrakotta-Armee erinnern mich immer an dieses Beziehungsnetz, in dem wir alle hängen – Familien, Unternehmen, Siedlungen, Staaten und Gesellschaften: Diese Individuen, wie sie schweigend und tot immer noch dastehen und jeder einzelne aber hat seine eigene intensive Ausstrahlung und verursacht bei genauer Betrachtung im Betrachter Gefühle – es ist ein wundervolles Sinnbild für das, was man insgesamt „Systemische Psychologie“ nennt und seinen klarsten Ausdruck findet im Familienstellen. Die Ahnen wirken aus der Vergangenheit in die Gegenwart hinein.

Systemische Psychologie

Der einzelne Mensch ist in der systemischen Sicht der Dinge, wenn er/sie leidet, nicht der Problemfall, sondern ein Symptomträger. Eine Revolution in der Geschichte der Psychotherapie, diese Sicht der Dinge. Denn da nun der einzelne als Teil eines Systems verstanden wird, folgt zwingend, dass im Falle etwa von Krankheit nicht nur dieser Einzelne, sondern das ganze System betrachtet werden muss. Sofern man nicht nur Symptome behandeln, sondern Probleme lösen will.

Nehmen wir an, Ihr Kind hat einen nervösen Tick.

Man könnte mit der alten psychologischen Sicht der Dinge versuchen, dem Kind seinen Tick abzutrainieren. In der systemischen Psychologie fragt man, was im Familiensystem so in Unordnung geraten ist, dass dieses einzelne, vielleicht besonders sensible Kind, diesen Tick generierte. Man geht also dem Problem auf den Grund, um es zu lösen. Nicht dass andernfalls dieser nervöse Tick zwar vielleicht wegtrainiert ist, aber nach einiger Zeit in irgendeiner anderen pathologischen, neurotischen Form erneut auftaucht!

So wirkt Familienstellen

Aufstellungen machen unbewusste emotionale oder energetische Strömungen zwischen Individuen sichtbar und das über Generationen hinweg. Wir alle sind weniger autonom, als wir es als „moderne“ Menschen gerne haben, weil wir Glieder einer Kette sind. Der Charakter dieser Kette prägt uns und die Art wie wir unseren genetischen Code ausleben ebenso wie der Kulturkreis uns prägt, dem wir entstammen.

Familiengeheimnisse gibt es allerorten. Es gibt Familienschuld, die totgeschwiegen wird. Menschen, die Teil der Familien waren und wie zufällig in Vergessenheit gerieten oder schamhaft dorthin verdrängt wurden, gibt es in jeder Familiengeschichte. Selbstmörder werden oft totgeschwiegen aus Scham.

Und denken wir an Abtreibungen: Abgetriebene Kinder sind in der Sicht des Familienstellens keine blutigen Zellhaufen, die man herausgeschabt hat und fertig. Abgetrieben Kinder sind Seelen, die leben wollten und aber am Wachstum gehindert wurden. Auch Fehlgeburten sind in dieser Sicht verunglücktes Leben. Auch Totgeborene sind Teil des Familiensystems und wollen geehrt werden. Die Sippe duldet kein Vergessen.

Dunkle Flecken in familiären Vergangenheiten wirken deswegen in die Gegenwart hinein. Das Familienstellen bringt Licht ins Dunkle und Ordnung an die Stelle der Verwicklungen und Verwirrungen.

Ordnungen der Liebe

Eines der vielen Bücher von Bert Hellinger hat diesen Titel, der wiedergibt, um was es beim Familienstellen geht: Es geht um Ordnungen der Liebe. Bert Hellinger hat das Familienstellen in Deutschland als tiefenpsychologisch wirkende seelische Heilmethode bekannt gemacht.

„Bert Hellinger hat in seinen “Ordnungen der Liebe” aus seiner Erfahrung heraus einige Gesetzmäßigkeiten erkannt, so zum Beispiel, dass eine Familiensippe keinen Ausschluß eines Mitglieds aus seinem Verbund duldet und sollte so etwas passiert sein, ein nachgeborenes Mitglied “in Stellvertretung” zu diesem Ausgeschlossenen geht. Daneben entdeckte er die Rangordnungen, das heisst, dass die Späteren und Alten zuerst da waren und dann erst die Jüngeren kommen. Will heißen: Eltern sind Eltern und Kinder sind Kinder. Klingt logisch – aber wie oft werden Kinder als kleine Erwachsene “mißbraucht”, wenn es in der Partnerschaft nicht mehr stimmt?“Zitiert nach Volker Hepp.

 

alt="Familienstellen, Eltern und Kind"

Wie ich in einer Familienaufstellung einen weiteren Bruder und meinen Vater neu entdeckte.

In den vergangenen 12 Jahren seit meiner Ehescheidung bin ich auf der Suche nach Heimat sechsmal umgezogen. Ich kenne inzwischen München wie meine Westentasche, ich könnte Taxifahrerin sein, so viele Wohnungen und Häuser habe ich besichtigt. Immer dasselbe Muster: Der Begeisterung über eine neue Bleibe folgte Enttäuschung. Alle Wohnungen, die ich anmietete, sahen schön aus, hatten meist auch eine sehr gute Adresse, nach kurzer Zeit stellten sich massenhaft verborgene Mängel heraus. Auch meine aktuelle große Arbeitswohnung im Westen von München geht mir mit baulichen Mängeln, üblen Gerüchen, schlechter Verwaltung und Lärmbelästigungen gehörig auf die Nerven. 

Familienstellen im Mai 2018 in Stuttgart

Ich reiste zu einer Beerdigung in meine Vaterstadt. Es war ein sehr berührendes Familentreffen. Inmitten der Geschichten der anderen fragte plötzlich eine leise Stimme in mir: „So, und was ist eigentlich mit mir? Soll das Leben bis zum Tod nur aus Arbeit und Wohnungssuche bestehen?“

Es musste dringend etwas geschehen.

So wie die letzten 12 Jahre durfte es nicht weitergehen.

Ich suchte und fand einen Familienaufsteller und in drei Tagen würde tatsächlich eine Aufstellung stattfinden. Er bat mich, einen Stammbaum zu zeichnen. Das tat ich. Zum ersten Mal schrieb ich meinen totgeborenen Bruder Roland neben meinen Namen. Sehr berührend.

Auf der Beerdigung hatte mich ein Cousin zu Tränen gerührt, weil er plötzlich sagte: „Also Dein Vater und ich, wir waren ja völlig unterschiedlicher Ansicht politisch, aber mit ihm konnte man wunderbar diskutieren. Das war ein sehr gescheiter Mann! Und so saßen wir immer Samstagabends nach dem Fußballspiel am großen Tisch und diskutierten und dich kleines Mädchen hatte er immer mit zum Fußball genommen. Weißt du noch?“

Wenn wir versuchen, dass Unerfreuliche, Herausfordernde zu vermeiden, dann verlieren wir genau dasjenige, was wir uns für uns wünschen: Unsere Würde, unsere Freiheit, unsere Grösse. Nur Der- oder Diejenige, die den eigenen Schatten konfrontiert und anerkennt, dass er existiert, kann sich mit den eigenen Wurzeln und der tiefen Quelle der Lebenskraft verbinden. (Zitat von: Bert Hellinger nach Hans Michael Kallina)

Vom Einzelkind zur mittleren Schwester

Wieder begann die Aufstellung mit Mutter und Tochter, also mit mir. Diesmal schauten sich beide nicht an, sondern wandten sich die Rücken zu, was sich im Laufe des Geschehens wandeln würde. Ich glaube, es war so, dass sich meine Mutter bereits umdrehte, herschaute, als mein älterer Bruder Roland neben mich gestellt wurde. Mein Alter-Ego richtete sich auf und strahlte. Ich selbst wurde ins Spiel geschickt und trat also an meine eigene Stelle. Ein großartiges Erlebnis: Ich stand nicht alleine, ich war das jüngere Kind, ich war die kleine Schwester eines freudigen großen Bruders … Ein erhabenes Gefühl nie gekannter Stärke! Und etwas fehlte dennoch …. „Stelle ein weiteres Kind auf!“sagte der Aufsteller. Und jetzt … waren wir ein Clan!

Gegenüber die Stellvertreterin meiner Mutter, die ernst, wissend schaute und billigend nickte. Ja, so sei es gewesen, so sei es in Ordnung. Aber nun fehlte mir – sehr deutlich war das zu spüren – noch mein Vater!

Eine der Teilnehmerinnen übernahm seinen Part …. kaum stand sie als mein Vater neben meinem großen Bruder, begann sie förmlich zu leuchten und zu strahlen… wie bewegend das war, ist kaum mit Worten wiederzugeben! Genauso hatte ich meinen Vater nach der Geburt meines Sohnes erlebt: Geradezu leuchtend vor Glück, vor Stolz und Freude über so viel Leben. Dieser strahlende Mann, mein Vater, unser Vater!

Der Aufsteller sagte nach dem großen Aufstellungserlebnis: „Du bist heimatlos herumgezogen, weil du deinen jüngsten Bruder gesucht hast!“ Ich glaube jetzt, ich hatte noch viel dringlicher meinen Vater gesucht!

Familienstellen will Respekt

Platz für Männlichkeit

Mein Vater hatte in der Familie keinen guten Stand gehabt. Die Aura des Versagers haftete an ihm. Mein Eindruck von ihm war widersprüchlich gewesen: Einerseits war mein Vater launisch, despotisch, zwang – wie mir schien – meiner Mutter und mir brüllend seinen Willen auf. Er hatte mir Angst gemacht mit seiner Unberechenbarkeit. Gleichzeitig spürte ich genau auch seine Angst, seine Resignation. Diese Irritation hinderte die Liebe zwischen uns.

Furcht und Mitleid statt Liebe und Anerkennung

Mein Vater war einer der Millionen bemitleidenswerter Männern, denen die deutsche NS-Geschichte die gesamte Jugend geraubt hat. Und vielen das Leben, die Gesundheit, alle individuellen Zukunftspläne. Eine ganze Generation junger deutscher Männer wurde geopfert und ihr Leid ist bis heute totgeschwiegen, scheint aus dem kollektiven Bewußtsein wegradiert. Ja, auch mein Vater ist vom kraftvollen 18-Jährigen – Ringer, Fußballspieler und Handwerksgeselle – zum Opfer degradiert worden.

Ohne jede NS-Euphorie war er mit 18 Jahren zum Kriegsdienst gezwungen worden. Wie er es geschafft hatte, das 5-jährige Inferno des Krieges und danach weitere 5 Jahre der übelsten Kriegsgefangenschaft im kommunistischen brutalen Stalin-Russland zu überleben, das erzählte er nie.

Die Frauen der Verwandtschaft tuschelten, diese Kriegsheimkehrer seien im Grunde alle nicht mehr normal, verstört von dem schlimmen Schicksal. Die Frauen nahmen Männer wie meinen Vater nicht mehr für voll. Ein furchtbares Unrecht.

„In der Familie gibt es eine Rangordnung nach der jene, die früher da waren, einen höheren Rang haben als jene, die nach ihnen gekommen sind. In die Familie kommen der Mann und die Frau gleichzeitig. Sie gründen die Familie gemeinsam. Das heißt, dass sie im Rang gleich sind. Keiner von ihnen kann sich über den anderen erheben, als sei er selbst wichtiger oder größer. Vor ihren Kindern sind sie in dieser Hinsicht gleich wichtig und groß.“ Bert Hellinger und mehr hier.

Die Aufstellung hat mir geholfen, meinen Vater in der Familie endlich, obschon posthum, an den ihm gebührenden Platz zu stellen und die Wahrheit seiner Größe zu begreifen: Einer wie mein Vater, der so unermessliches Grauen überlebt hat – so jemand war kein Schwächling, kein neurotischer Kriegsheimkehrer. So jemand wie er war ein siegreicher Kämpfer mit eisernem Willen, Lebensliebe, Disziplin, Erfindungsgeist und Kraft.

Mein Vater war nicht nur launisch, sondern auch ein zupackender, starker, freudiger Mann. Viele Menschen mochten seine sportliche Fairness, seinen Witz, seinen Scharfsinn. Und er war kein Schwächling, sondern hat in Wirklichkeit drei Kinder gezeugt, die er ruppig, impulsiv und begeistert, wie es seine Art war, liebend gerne alle drei mit Anstand und Stolz großgezogen hätte. Ich glaube, es hätte ihm gefallen, als Chef einer Großfamilie am Kopfende des Tisches zu residieren.
Mein Vater ist im November 1987 mit nur 67 Jahren gestorben.
Ich habe ihn jetzt in der Familienaufstellung zum Glück ganz neu kennenlernen dürfen. Ich bin stolz,  seine Tochter zu sein.

Meine Mutter, die ein sehr hohes Alter erreichte, fast 90 und weise geworden ist, würde meiner neuen Sicht, ich bin mir sicher, ernst lächelnd von Herzen zustimmen.

Schlussbild

Die versöhnlichen Schlussbilder einer Aufstellung nimmt man mit ins tägliche Leben hinein. Sie rücken die im neurotisch gestörten System entstandenen Zerrbilder nach und nach zurecht.

Das Erlebnis meines strahlenden Vaters verdrängt nun die alten Zerrbilder einer streitbelasteten Ehe zweier Menschen, die im Krieg nach sehr kurzer Bekanntschaft geheiratet hatten und jeder für sich ganz grausige Erlebnisse hatte, ehe der „normale“ Alltag des deutschen Wirtschaftswunders in den 50er/60er Jahren Funktionsfähigkeit verlangte. Ich empfinde neue tiefe Hochachtung für die Lebensleistung meiner beiden Eltern.

Das Erlebnis des Berle-Clans wird meine anstrengende einsame Kindheit als Einzelkind, das schließlich für drei essen und Kraft haben musste, verblassen lassen. Allein die Vorstellung, eigentlich nicht allein sondern zu Dritt gewesen zu sein wird mein weiteres Leben beglücken. Ich spüre tatsächlich tiefinnerlich ein großes Gefühl der Erleichterung und bin neugierig auf die Auswirkungen.

Niemals werde ich dieses wundervolle satte sichere Stärke-Gefühl vergessen, das ich in der Familienaufstellung mit links und rechts meinen beiden Brüdern empfunden habe, zum ersten Mal …

„Ich bin immer wieder berührt wie kraftvoll diese Arbeit ist und welche tiefgreifenden Veränderungen sich im Leben danach zeigen.“ Hans Michael Kallina

 

Wir müssen die Verdrängung beenden

Platz für Männlichkeit

Mein Vater hatte die Verachtung der Frauen nicht verdient und auch nicht das herabsetzende Mitleid, das Teil der Verachtung ist. Keine der hintenrum tuschelnden Frauen hatte begriffen, dass Männer wie mein Vater den Tod besiegt hatten! Die ganze deutsche Gesellschaft hat das noch nicht begriffen und nicht honoriert.

Es muss hier Ordnung geschaffen werden!

Aus Sicht des Familienstellens müssen wir unsere deutsche Vergangenheit unbedingt anschauen und neu bewerten: Wir müssen endlich von den Soldaten sprechen, von unseren Vätern und Großvätern, die in den Weltkriegen UNSCHULDIG ums Leben gebracht worden sind. Die Verbeugung vor den KZ-Toten ist das eine. Die Verbeugung vor den Vätern steht aus. Dann kehrt Ordnung ein, dann erst können die historischen Wunden heilen. Ein Mann ist ein Mann, eine Frau ist eine Frau. Und nur ein Land, in dem Kinder wie es sich gehört die Väter und die Mütter ehren, kann prosperieren, kann sich weiterentwickeln, kann überhaupt leben, lebendig sein, sich freuen.

Die kollektive Verdrängung wirkt sich verheerend aus, weil das Leid der Väter in den tieferen Schichten des Bewusstseins nicht weg ist, sondern wühlt. Deutschland scheint mir eine depressive Gesellschaft zu sein ohne Stolz, ohne Vision von Zukunft. Es ist eine Gesellschaft der Untertanen ohne Stolz, ohne Selbstwirksamkeitserwartung. Jeder bürokratische Wahnsinn wie etwa das EU-Datenschutzgesetz DSGVO, sogar eine gegen die Verfassung verstoßende Regierung wird in depressiver Passivität und Erstarrrung hingenommen.

Weil die Väter fehlen. Es ist die Ordnung der Dinge gestört.

 

Familienstellen gegen deutsche Depression

Mein Vater hat doch nicht Russland überlebt, damit wir jetzt verzweifeln!

Warum wir in Deutschland die Männlichkeit neu entdecken müssen, wenn wir bestehen wollen.

Ich weiß aus meiner Arbeit als Beraterin und Coach, welche enorme Veränderungskraft innere Bilder haben und ich weiß, dass Empathie unermesslich mehr Verständnis erzeugt, als die Ratio.

Wir brauchen neue Leitbilder und wir brauchen Empathie und Selbstliebe.

Kürzlich las ich im Kontext der Flüchtlingskatastrophe, die wir erleben, und dem Skandal um das zuständige BAMF den Satz: „Wir haben unsere Kinder zu Schafen erzogen und jetzt lassen wir die Wölfe ins Land!“

Klar, wer mit den Wölfen gemeint ist: Das sind die von der deutschen Kanzlerin unlegitimiert und planlos als Flüchtlinge ins Land gerufenen Männerhorden aus Afrika, die ihre Männlichkeit noch nicht der zivilisierten Rationalisierung, dem Gedankenzweifel ausgeliefert haben. Das sind Männer, die Frauen völlig unreflektiert, geradezu steinzeitlich noch als reine Beute betrachten und sich nehmen, was ohne Verteidigung durch andere etwa überlegene Männer schutzlos im Raum herumjoggt.

 

Wann ist ein Mann?

Mein Vater hätte geantwortet: „Wenn er weiß, wann und wo er zupacken muss. Wenn er sich nichts gefallen lässt. Wenn er Prinzipien hat und sich einen Teufel schert um Leute, die ihn deswegen dumm anmachen.“ Über Donald Trump hätte er vermutlich gegrinst, aber gesagt: „Das ist ein Mann!“ Und über Männer, die Frauen vergewaltigen sagte er: „Das sind Tiere, die muss man erschießen.“

Viele meiner vor allem jüngeren Klienten, Männer, haben anscheinend gelernt, so fällt mir dieser Tage auf, dass Männlichkeit eine gefährliche Sache sei, die man im Grunde ablehnen muss. Sie tun sich schwer, sich ihren Freundinnen und Frauen gegenüber durchzusetzen. Sie sind zu Weisungsempfängern ihrer Freundinnen und Frauen geworden, dackeln brav hinter den lastwagengleichen Kinderwägen her, auf die die Mütter aus Entscheidungsschwäche und Furcht vor einem Fehler sämtliche Spielsachen gehäuft haben.

Die jungen Männer haben, so weiß ich aus Coachings, echte Angst, selber sowohl beim Sex als auch beim täglichen Zusammenleben das Ruder in die Hand zu nehmen und das zu tun, wofür Männer von der Natur ausgestattet wurden: Aufgrund der testosterongesteuert größeren Muskelkraft in die Offensive zu gehen und ihre Männlichkeit zu beweisen.

Familienstellen: Jedem den richtigen Platz

Beim Sex dürfen sie nicht mehr oben sein. Alle Spielfilme, so fällt mir seit längerem auf, zeigen Sex-Szenen stereotyp so, dass die Männer unten liegen. Die Frauen haben den aktiven Part. Ist doch komisch irgendwie. Die alte Variante heißt abwertend „Missionarsstellung“, was ja schon reine Assoziations-Propaganda ist: Das Missionieren der Kolonialzeit, die Schuldhaftigkeit der westlichen männerdominierten kapitalistischen Welt generierte natürlich auch Sexualpraktiken, bei denen Frauen dem rechthaberischen, sicher auch noch christlich-verklemmten Agieren zeugungswütiger im Grunde lustfeindlicher Männer unterlagen. Heute unterliegen die Männer. Schon Mit-Zwanziger haben Potenzprobleme, unfassbar.

Die #MeToo-Bewegung neuerdings diskreditiert die kleinste männliche Annäherungsanmache als Attacke. Frauen stilisieren sich halbnackt, mehr aus- als angezogen als Sexualobjekt und kreischen aber mit erhobenem Anklagefinger, sobald ein Testosteronbesitzer das als Aufforderung versteht und hinfasst. Die Ideologie verlangt von Männern, ihre Männlichkeit zu unterdrücken.

Von Freud kennen wir die Identifikation mit dem Aggressor als tiefenpsychologisch wirksames Unterwerfungs- und Schutzmuster. Männer unterwerfen sich neuerdings weiblicher Aggression und Übermacht.

Und sie haben neben der Kränkung durch Identitätsverlust noch konkrete Zukunftsangst, weil die staatlich verordnete Gleichstellungsquote inzwischen Männern, und seien sie noch so begabt, die Karrierewege versperrt.

Weiberwirtschaft

Schon als Mutter eines Sohnes habe ich fassungslos erlebt, wie Mädchen in den Kindergärten und Schulen bevorzugt wurden, Mädchen gaben den Ton an. Kindergärtnerinnen, Lehrerinnen, lauter Frauen in der Erziehung. Mädchendenken bestimmte die Kultur. Ich selber hatte das andersrum erlebt und nicht gut gefunden. Aber das, was meinem Sohn da widerfuhr, gefiel mir auch nicht:

Das Spielen mit Puppen war erlaubt, erwünscht auch für Jungs. Sogar die Barbies galten keineswegs als – naja, ziemlich wunderliche, eigentlich hässliche – sexistische Frauens-Karikaturen. Sondern wurden von Kindergärtnerinnen und Müttern „süß“ gefunden: Vor allem der smarte Ken an Barbies Seite…. ein geschlechtsloser Vorläufer der heutigen Männer-Models à la Conchita, die komischerweise auch noch Wurst heißt, was man freudianisch durchaus als vorsichtiges, rein verbales, also nichtkörperliches Phallus-Relikt-Symbol interpretieren könnte.

Als damals mein durchaus friedfertiger Sohn mit 5 Jahren mal den Plastikhelm und sein Ritter-Schwert mit in den Kindergarten brachte, wurde er geschimpft. Wenn die Buben zuweilen miteinander rangelten, wurden sie ebenfalls als aggressiv gescholten und die Eltern bekamen blaue Briefe.

Das brachte mich zum Nachdenken und mir fielen eigene Jugend-Sünden ein: Wie ich als Post-68er-Feministin Männer aus Grundsatz misstrauisch beäugte. Wie ich innerlich grinste bei Slogans wie „Männer sind Schweine“. Wie ich diesen weinerlichen frontenschaffenden Opfer-Film von 1978 mit dem Titel „Die Macht der Männer ist die Geduld der Frauen“ gut fand, weil er zeigte, was die bösen prügelnden Männer mit den armen Frauen alles so anrichten können. Und die in ihrer Abhängigkeit lieben sie weiter und weiter …

Nein, das kam nicht von der Alice Schwarzer, die ich aber bewunderte.

Ich hatte bereits von den Müttern und Großmüttern gelernt, was Frau von Männern zu halten hat: Sie sind dümmer! Sie spielen Fußball, saufen Bier und grölen! Sie fordern Sex, was eine Frau niemals tun würde! Sie vergewaltigen sogar Frauen wegen dem Sex! Sie sind triebgesteuert, behaart, riechen schlecht, müssen ins Bordell gehen, um „abzuladen“ … und so fort.

Lachen Sie ruhig – dieses vom pietistischen Glauben geprägte Männerbild hatte sich nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg in Westdeutschland verbreitet. Zumal, was Sie sich bitte vergegenwärtigen wollen, Frauen tatsächlich vom Staat benachteiligt wurden: Frau durfte wählen immerhin, aber Frau wurde arg schief angeguckt, ließ sie sich scheiden. Frauen im Staatsdienst ließen sich niemals scheiden, weil sie danach nicht mehr befördert wurden. Frauen brauchten, um arbeiten zu gehen, die Einwilligung ihres Ehemannes! Ich glaube, die brauchten sie auch für ein eigenes Konto – in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Heute hat sich das Blatt gewendet: Männer scheinen mir das schwache Geschlecht geworden zu sein und die Gender-Ideologie versucht im Grunde, Männer abzuschaffen, wenn behauptet wird, es gebe eigentlich keine biologischen Geschlechter. Das geht, scheint mir, in erster Linie gegen die Männlichkeit.

Der Männer-Hass?

Wo kommt der Hass her?

Sie hatten schlichtweg versagt, die Männer. Ich glaube, das ist der Grund für die Männer-Verachtung vieler Frauen jedenfalls in Deutschland: Die deutschen Männer hatten ihre Aufgaben nicht erfüllt. Sie hätten ihren Clan verteidigen müssen. Dabei haben sie versagt.

Und sie haben gleich zwei Mal versagt: Die deutschen Männer haben den ersten Weltkrieg verloren und den zweiten Weltkrieg haben sie noch katastrophaler verloren.

Millionen starben und ließen die Frauen schutzlos zurück. Andere hatten überlebt, sich aber gefangensetzen lassen und standen ebenfalls nicht parat, das Hab und Gut, die Ehre der Frauen und den Gen-Pool zu verteidigen!

Die Frauen der deutschen Verlierer-Männer wurden zur Beute der Sieger-Männer. Entsetzliches hatten die Frauen auszustehen: Sie waren ohne jeden Schutz der Unterwerfung, den Vergewaltigungen der Sieger-Soldaten ausgesetzt. Und das vergessen Frauen nicht. Die Mütter und Großmütter Deutschlands standen nach dem zweiten Weltkrieg alleine ihren Mann, klopften Steine, schoben das erlebte Grauen in die hintersten Verdrängungswinkel ihrer Seelen.

Sie nahmen unwillig die dürren Gestalten wieder auf, die körperlich und seelisch entstellt oft nach vielen Jahren plötzlich aus den Kriegsgefangenenlagern wieder zuhause auftauchten und meinten, einfach so ihren alten Platz wieder einnehmen zu können. die Plätze waren aber besetzt – von den Frauen.

Konkurrenz statt liebevolles Miteinander, Verachtung statt Respekt. Beide Seiten schwiegen, weil nur das Verdrängen aller Grauenhaftigkeiten ein Überleben ermöglicht hatte.

Liebe kann aber nicht wachsen bei verschlossenen Herzen. Ohne Liebe gedeiht Hoffnungslosigkeit.

Die depressive Gesellschaft

Können Gesellschaften depressiv sein? Es gibt das Phänomen der aus Trauer und Perspektivlosigkeit resultierenden Depression bei Menschen, bei Familien, bei Unternehmen und in Großgruppen, die wir Gesellschaften nennen. Es gibt depressive Staaten.

Die DDR war ein depressiver Staat, ein Ort von dermaßen übler Verfassung und Perspektivlosigkeit, dass die Machthaber eine Mauer drumherum bauten, um die Menschen am Davonlaufen zu hindern. Also resignierten diese Menschen hinter den Mauern mehr und mehr und entwickelten ein negatives Bild von sich und der ganzen Welt.

Die Bedeutung der Selbstwirksamkeitserwartung

Menschen mit hoher Selbstwirksamkeitserwartung werden 100%-ig niemals in eine Depression fallen. Tatsächlich korreliert das Phänomen Depression hoch mit einem anderen Phänomen, nämlich der erlernten Hilflosigkeit. Diese ist das schiere Gegenstück zur Selbstwirksamkeitserwartung und muss deshalb hier erwähnt werden. Psychologen sagen: Erlernte Hilflosigkeit ist ein Denk- und Verhaltensstil, der in Kindheit und Jugend durch besondere, negative Erlebnisse sowie schwache Vorbilder erworben wurde.

Menschen mit einer hohen Selbstwirksamkeitserwartung haben ein positives Selbstbild gelernt. Sie sind davon zutiefst überzeugt, „es“ schaffen zu können und zwar prima. Solche Menschen haben höchstens gesunde Selbstzweifel, die der Optimierung der Dinge dienen. Sie packen Herausforderungen in der Überzeugung an, jedwedes Problem meistern zu können. Mehr hier.

Erlernte Hilflosigkeit macht alternativlos

Immer noch würden, so lese ich, über 50 Prozent der Deutschen bei einer Direktwahl die jetzige Kanzlerin Merkel wählen, obwohl die unzufriedenen, zornigen Stimmen sich mehren. Sie erkennen keine Alternative, sie glauben nicht an die Möglichkeit und können sich nicht vorstellen, womöglich selber die Alternative zu sein!

Der Tatbestand lässt nur den Schluss zu, dass alle diese Menschen die Merkelsche Theorie der Alternativlosigkeit zum Faktischen des Seins teilen. Diese Merkel ist in der DDR aufgewachsen, also in einer zutiefst depressiven, destruktiven Durchhalter-, Denunzianten und Wegduckergesellschaft. Sie hat diese Mentalität so verinnerlicht, dass ihr nun der Mut abgeht, in Ausnahme- und Bedrohungssituationen kraftvolle Entscheidungen zu treffen. 2015 hat sie aus Mangel an Entschlusskraft einfach alles passieren lassen und faktisch die Grenzen der Bundesrepublik Deutschland für nichtexistent erklärt, so dass seither jedermann ohne Pass hereinlaufen kann. Merkel ist nicht zukunfts-zuversichtlich, sie ist depressiv.

 

Depressiv und gehässig

Menschen, die keine Alternativen mehr erkennen können, die nicht mehr die zündende Frage „was wäre, wenn ein Wunder passieren würde … wenn alles gut gehen würde … !?“ solche Menschen haben eine verengte Wahrnehmung, glauben nicht mehr an die eigene Kraft, sind tendenziell depressiv. Sie trauern und kümmern, sie verweigern sich aus Zorn und aus Trotz, sie fallen zurück in kindliches Verhalten. Von Natur aus nämlich wollen Menschen gestalten und das Neue wachsen lassen.

Aktive, unternehmerische, positive Menschen setzen der normativen Kraft des Faktischen ihren Gestaltungswillen entgegen. Unternehmergeist ist also Ausdruck von Liebe.

Wer sich nicht selber liebt, kann auch andere nicht lieben. Wer nicht in Kontakt mit sich selber ist, kann keine Empathie für andere Menschen aufbringen, wird griesgrämig, hysterisch und gehässig.

Fight or Flight

Mir kommt es so vor, als seien die Deutschen derzeit mehrheitlich auf der Flucht: sie leben von Ferien zu Ferien, verreisen so oft es geht weit weg, so, als liebten sie das reale gegenwärtige Leben nicht. Sie brauchen Auszeiten, da sie sich anscheinend im normalen Leben unwohl, unwichtig, ausgeliefert fühlen.

Es ist auch viel Angst in der Luft vor dem Feinstaub, der CO2-Belastung, der Verseuchung der Weltmeere mit Plastikmüll, obwohl im Land riesige Mengen gelber Säcke angehäuft und angeblich ordentlich recycelt werden, Angst vor Putin im Osten, Trump im Westen, den angeblich wiedergeborenen Hitlers aus der Vergangenheit. Ich erkläre mir so die überwiegend unfrohen Gesichter auf den öffentlichen Plätzen mit den fratzenhaft tief heruntergezogenen Mundwinkeln, die schon Teenagern mit ihren jungen Gesichtern haben.

Als ich unlängst in einer gymnasialen Oberstufe im Münchner Umland einen kleinen Zukunfts-Workshop  für die künftigen Abiturienten halten durfte, bestürzte mich das Maß an Lethargie, an mangelnden Zielvorstellungen, mangelndem Selbstvertrauen dieser überwiegend in großem Wohlstand aufgewachsenen Jugendlichen. Sie waren fast so alt wie mein Vater damals, als er in den Krieg eingezogen wurde!

Was erschöpft die Menschen so, dass sie Auszeiten brauchen, dass sie weglaufen, anstatt ihre Kraft in die Gestaltung ihrer Leben und Lebensumstände zu investieren? Wer abgehalten wird, seine Kraft zu zeigen und sie mit der anderer zu messen, wird kraftlos. Wer von Tennis- und Helikopter-Müttern pausenlos überwacht und von gefährlichen Unternehmungen abgehalten wird, verliert den angeborenen Unternehmergeist, den wir alle haben, wie Sie erkennen werden, wenn Sie Babyfotos von sich selber anschauen. Wer immer überwacht wird, traut sich keine Fehler mehr zu, verfällt ins Nichts.

Männerkraft braucht das Land!

Die Väter hätten umsonst überlebt, würden wir nun verzweifeln!

Der Unternehmergeist wird gemeinhin als typisch männliche Eigenschaft empfunden. Und hier zeigt sich der Weg: Wir müssen unsere Väter und Großväter wieder in unsere Leben holen! Wir müssen für Ihre Männerkraft Platz schaffen! Die jüngst vorgebracht Schnappsidee einer SPD-Frau, man müsse das Wort Vaterland abschaffen entspringt wieder der Männerhass-Hybris und verstößt gegen die inneren Ordnungen unserer Kultur.

Die Forderungen der Nachkriegs-Frauenbewegung sind längst erfüllt. Das Land braucht jetzt eine Männer-Bewegung, um in Ordnung zu kommen, um die Unordnungen der jüngeren Geschichte, das System, das Deutschland heißt, zu befrieden. Man könnte ein Programm erarbeiten und postulieren.
Ich persönlich setze insbesondere nach den Erlebnissen meiner Familienaufstellung auf die Kraft der Liebe. Damit kann fürs erste jede und jeder von Ihnen für sich alleine sofort anfangen.

Verbeugen wir uns vor den Vätern!

Ich habe in vielen Coachings erlebt, welche wundersamen Wendungen sich in Menschenleben ereigneten, sobald die betreffenden Männer und Frauen ihre Beziehung zum Vater geklärt hatten.
Menschen ohne Vater sind schwächer als Menschen mit Vater.

Die Väter und Großväter der Nachkriegszeit fühlten die ihnen entgegengebrachte Verachtung und unterwarfen sich der erstarkten Weiblichkeit, deren Symbol momentan in Deutschland die noch unumstößlich scheinende Merkel ist.

Solche Väter flüchteten in den Alkohol, solche Väter starben früh und hinterließen verwaiste Mutterkinder. Ich habe auch durch Klienten Väter kennengelernt, die – legendär – weggingen zum Zigarettenkaufen und nie wiederkamen.

Die so oder so verlassenen Frauen und Mütter reagierten ihre Gekränktheit dadurch ab, dass sie Zerrbilder entwarfen, bei denen die Väter als Täter und sie mit den Kindern als Opfer dastehen.
Solche Mütter laden ihren Kindern die schreckliche Last der erlernten Hilflosigkeit und damit das Opfer-Bewusstsein auf die Seele. Und das muss sich ändern, soll die Liebe wachsen, die Selbstliebe und die Zukunftszuversicht, die voller Freude ruft:

„YES, I CAN! I WILL, I DO!“.

Der nötige Mut wird belohnt. Es erfordert riesigen Mut, sich von einer dominierenden Mutter ein Stück weit ab- und dem Vater zuzuwenden. Probieren Sie es, angenommen Sie hätten das Gefühl, Ihren Vater niemals kennengelernt zu haben. Oder angenommen, es läuft in ihrem Leben notorisch unrund.

Machen Sie!

Holen Sie sich Fotos Ihres Vaters, schauen Sie die an. Holen Sie bei Verwandten Erkundigungen ein, machen Sie sich Ihr eigenes Bild. Es geht nicht darum, die Mütter zu verdammen, sondern es geht um IHRE individuelle Wahrheit, zu der Ihr Vater gehört.

Sie können sehr gerne mit mir ein unverbindliches Vorgespräch vereinbaren, um sich Ihrem Vater anzunähern. Sie können sich in das Abenteuer Familienstellen hineinwagen. Beides ist gut. Wichtig ist einzig, in die Aktion zu kommen, die Möglichkeiten zu entdecken und nicht im Opfer-Status auszuharren und auf den nächsten Urlaub zu warten, wenn es klemmt im Leben.