Realistische Ziele

Realistische Ziele oder kühne freche Ziele?

Mögen Sie Probleme lieber oder lieber die Ziele? Also mit dem Coach ist es ja wie beim Zahnarzt: Sie gehen erst hin, wenn es richtig pocht und schmerzt. Vorher gehen Sie nicht hin, denn da denken Sie „wird vielleicht wieder von ganz alleine gut“.

Dann gehen Sie hin zum Zahnarzt und zum Coach und als erstes wird geschaut, was genau da pocht und wie tief die Ursache sitzt. Und jetzt entscheidet sich: Müssen alle Zähne raus und ein Gebiss rein oder ist da nur ein kleines Löchlein, und dann fragt sich, wollen wir ein Gebiss oder Implantate und wollen wir Gold glänzen lassen im Mund oder lieber so aussehen, als sei noch nie irgendwas gewesen.

Nun bewegen wir uns auf der Zielebene. Das Ziel heißt: Fest zubeißen können, schmerzfrei, schön aussehen.

Beim Coach ist die Zielebene breiter und höher, weiter ist das Feld. Viel mehr Raum für individuelle Gestaltung und zwar nach IHREM Willen. Der ist völlig unabhängig vom zahnmedizinischen Fortschritt, Ihr Wille. Der kann sich frei entfalten.

Haha, von wegen: Da kommen dann schnell die mit der Wunschbeschneidungsmaschine aus der Nachbarschaft und lachen Sie aus, wie kürzlich eine Frau, die ein Coaching gebucht hatte, um ihrem Leben jetzt mal richtig eine Krone aufzusetzen. „Jawoll, jetzt will ich mal klotzen, nicht mehr so kleckern!“, jubelte sie am Telefon, um ein paar Tage später abzusagen mit dem zerknirschten Hinweis auf Mann und Kollegen, welche ihr gesagt hätten, irgendwas Kleineres reichte doch aus für sie.

Ziele sind Leuchttürme, sage ich ja immer.

Schaun Sie mal so einen Leuchtturm an in der Nacht:

alt="Coaching München & Stuttgart: Dr. Berle. Grafik Leuchtturm mit Blau"

Die Funktion ist klar: Der Turm mit seinem Leuchtfeuer lockt und zeigt „hier ist das feste Land!“. Er hilft gegen Ihre rabenschwarze Angst auf dem großen Ozean in der dunklen Nacht mit seinem Licht. Und wenn Sie jetzt im Ruderboot hocken, werden Sie mit neuem Mut mächtig in die Riemen greifen, auch wenn Sie eben noch dachten, Sie hätten überhaupt keine Kraft mehr. Das Ziel hat in Ihrem Kopf die zuständigen Drüsenwärter aufgeweckt, welche jetzt das Doping ausschütteln in Ihre Zellen, das Ihre Muskeln brauchen, um ihre Kraft auszuspielen.

So ein Leuchtturm lockt, wenn er sich sehr klar zeigt. Wenn der irrlichtert, mal ist er da, dann wieder weg, dann kriegen wir Schiss, dann rutscht die Kraft wieder weg. Wenn wir den Kumpel im Boot fragen, ob er glaube, dass das da vorne ein Leuchtturm sei oder vielleicht das Auge der Riesenkrake aus dem Märchen vor 40 Jahren, wenn wir rumdiskutieren anstatt zu handeln und zwar immer über dieselben Fragen, klar, was dann passiert. Nichts nämlich. Ja, gut, Sie werden verdursten in Ihrem Boot auf lange Sicht.

Ich habe gelernt in der Ausbildung, Ziele müssten konkret, klar, verlockend und realistisch sein. Ha! Wer sagt eigentlich, was realistisch sei? In Ihrem Leben? Der Mann, der Nachbar, der liebe Gott mit seinen 10 Geboten?

Realistische Ziele, kühne Ziele – Freunde

Sie sagen das, nur Sie. Gut ist es, sehr gute Freunde zu haben, die Sie in Ihrem Zielstreben unterstützen, an Sie glauben und Ihre Kraft und die damit Ihre Energie verstärken. Wer Ihre Energie verzweifelt und verkleinert, ist kein Freund.

Aber gleichwohl: wie groß darf so ein Ziel sein, ehe es Ihnen selbst unrealistisch vorkommt. Das ist eine wahnsinnig spannende Frage von größter Tragweite. Gab es damals nicht Leute, die den Kolumbus für völlig verrückt hielten mit seinem Ziel, den Weg nach Indien zu finden? Oder denken wir an die Verlage, die Joanne Rowlings Harry-Potter-Kram für albern und unzeitgemäß hielten, aber die schrieb und schrieb ihren Kram dennoch immer weiter und weiter, selbstgläubig, zielbewusst. War das etwa realistisch, was die beiden machten?

Nee, war es für den Mainstream nicht, es war stattdessen kühn, sonderbar, eigenwillig, steil und himmelstürmerisch. Ja, hätte auch anders ausgehen können, stimmt. Kann sein, der Leuchtturm explodiert, ehe Sie dort sind. Kann sein, die Bordmittel reichen leider doch nicht oder es ist ein Loch im Boot oder das Ruder bricht ab.

Aber werden dieses Worstcase-Szenario, diese schlechtest denkbaren Eventualitäten einen vernünftigen Menschen, der einen Leuchtturm erblickt hat, abhalten, darauf zuzurudern? Und welche Leuchttürme sieht man am besten? Die kleinen, winzigen, die sich in den Dünen verstecken? Oder die stattlichen Riesendinger, die auch bei größter Dünenwanderung viel, garantiert viel höher sind, als der Berg? Und nehmen wir sicherheitshalber nicht die größte, stärkste, die garantiert blitzende Glühbirne oben rein oder bloß so ne kleine Talgfunzel aus Sparsamkeitsgründen?

Kolumbus kaufte Sauerkraut

Das war damals ein ziemlich kühner Schritt hin zum Ziel! Na, also. Was für Sie realistisch und angemessen ist, das wissen nur Sie. Und der Kolumbus lernte eben aus seinen Fehlern und kaufte sofort Sauerkraut für seine Leute, weil es ja schließlich rein theoretisch sein konnte, dass die recht hatten, die behaupteten, es helfe sonderbarerweise gegen den Zahnausfall. Der wartete nicht auf den Beweis, sondern lieferte ihn selber.

„Fordere das Doppelte vom Unmöglichen, wenn du wirklich etwas erreichen willst im Leben!“ – das ist nicht einfach ein amerikanischer Tschakka-Tschakka-Spruch, sondern die reine Wahrheit. Also los: Was wäre für Sie das unmöglichste Ziel?! Etwa bezüglich Ihres Wunschumsatzes für 2015? Seien Sie mal kühn und ehrlich zu sich. Dann verdoppeln Sie es. Lustig, oder? Sie lachen, ich weiß das. So. Und jetzt greifen Sie freudig in die Ruder.

Ideen-Kühnheit zum Leuchtturmbau brauchen Sie und Tatkraft, um ihn zu erreichen. Beides mit einer gewissen Radikalität und wild entschlossen.