Zielewerfen, Zielelegen, Zielesetzen

Zielen oder was kann man alles mit Zielen machen?

„Was machen Sie eigentlich mit Zielen?“ fragte gestern in der Fortbildung der Gunther Schmidt.
Setzen, stellen, legen. Tut man Ziele jetzt eigentlich setzen? Stellt man sie? Legt man sie (flach, spitz, steil, kipplig)? Nagelt man sie an?

Ich habe beschlossen, dass ich sie künftig nicht mehr setzen werde, sondern … WERFEN. Aah, das finde ich dermaßen amüsant. Ich werde mit dem rechten Arm weit ausholen und das Ziel in den Raum schleudern … und dann, dann werde ich, weil ja diese Leine daran befestigt ist, es langsam oder blitzschnell immer näher an mich heranziehen, bis ich … ZACK! … mitten drin bin. Oder es in mir oder wir zusammen.

Ist das nicht super? Es beweist, wenn Sie das jetzt auch mal irgendwie machen, wie Sie halt wertvollerweise es machen wollen, dass man Ziele meistens erreicht und sie jedenfalls wirken wie Zündschlüssel. Spüren Sie es?

Zielewerfen  …

 

Vor meinem geistigen Auge steht da immer so eine Berglandschaft. Dann zoomen wir uns näher ran und sehen die Bergsteiger, wie sie ihre Enterhaken werfen – genau, so wie die Piraten damals, die dazu noch ein Messer zwischen den Zähnen gelagert hatten um gleich bereit zu sein für die Aktion. Unsere Bergsteiger haben an ihren Gürteln die Werkzeuge hängen: Hämmer, Nägel, Seile.

So, und jetzt haben sie ihre Haken ausgeworfen und fangen mit dem Klettern an. Die Klientin und ich gestern haben genau Dasselbe gemacht. Weit oben, so ungefähr im Abstand von drei bis vier Jahren klemmt der Haken mit dem Traumjob. Wobei: Job …wertvoll, lustvoll, kraftvoll, Tätigkeit: Das machen, wofür ich so viel Geld kriege, dass es mich freut und ich mache das, was mich ebenfalls freut und die größte Energie in mir freisetzt und meine Talente blühen lässt. Idealerweise hilft es mir auch noch, den größten Nutzen zu stiften auf meine ganz eigene Weise. Vielleicht „nur“ dadurch, dass ich so strahle und den anderen Mut mache, es mir gleichzutun.

Der Haken sitzt und ein paar private Haken auch, mehr oder weniger nah auf der Pinnwand ihres künftigen Lebens. Und die Klientin saß im roten Sessel und lachte in Anbetracht dieser angenehmen Perspektiven.

Zuhause angekommen, kam ihr plötzlich alles zu weit weg vor, nehme ich an. Zu abstrakt, zu wenig greifbar … ach, wäre doch schon Weihnachten, verflixt und zugenäht!!! „Wann fangen wir an mit dem Zielewerfen“, fragte sie per Mail. Ach, sie ist ungeduldig, weil sie schon so lange wartet! Begreiflich. Hu, das blöde Warten:

Auf Weihnachten haben wir gewartet als Kinder. Jetzt als Erwachsene warten wir nicht, sondern wir klemmen uns die Messer zwischen die Zähne und den Proviant in den Rucksack und fangen umsichtig an, zu klettern. Dabei entdecken wir neue Ziele sowie Zwischenziele. Und wir erkennen die Details am Enterhaken, sie werden immer deutlicher, klarer. Vielleicht werfen wir neue Enterhaken in eine andere Richtung, kann alles sein. Aber die Aktion hat jedenfalls bereits begonnen. Unsere Zukunftskampagne, unser Lebensgestaltungsfeldzug. Als Erwachsene wissen wir, dass Wunder nicht passieren, sondern gekocht werden, gemacht werden, geschafft werden – von uns!

Aktion folgt dem Zielen

 

Die Klientin hat jetzt jede Menge zu tun, haben wir auch bereits festgelegt: Mit fünf wichtigen Leuten telefonieren, woraus sich erfahrungsgemäß jeweils drei neue Gespräche entwickeln werden; Yoga-Kurs beginnen zur Ertüchtigung, oder einen Karatekurs; mit den richtigen Menschen gehen und zwar in Konzerte, die Oper, das Ballett, Vorträge – dafür die richtigen Menschen suchen und finden; belastende Kontakte mit den falschen Menschen einschränken, auslaufen lassen; dies und das Buch kaufen, diese und jene Fortbildung beginnen; Stimmtraining machen … kurz um: wer Ziele geworfen hat, muss nur noch anfangen in Aktion zu gehen, die Muskeln kommen dann schon.

Die Aktion kommt auch. Aus uns heraus. Weil wir sind, wie wir sind. Weil wir nicht so Haken werfen und dann einfach wegschlurfen. Nö. Wenn wir schon geworfen haben, dann packen wir es auch an. Es sei denn, so ein Meuterer in uns behauptet, das sei gar kein Haken mit Seil, sondern NIX. Alles sei traurig und Sumpf.

Dann müssen wir erst den Sumpf trockenlegen. Logisch. Das eine tun und das andere nicht lassen. So. Jetzt überlegen, was Sie gerne erreichen würden in den nächsten drei Jahren, dann Haken werfen und den Aktionsplan machen.