Flüchten oder Handeln

 

Hoffnung verhindert Flucht

Christoph Schlingensief war ein enorm begabter Allround-Künstler, eine charismatische Persönlichkeit, der eigenwillig und unbeirrt sein Ding zu machen pflegte. Er handelte und zwar nicht allein als Künstler, sondern auch als homo politicus. Und als er in Ouagadougou stand und das Land sah, beschloss er, dass dort ein Opern-Dorf entstehen müsse. Menschen in Not brauchen eigentlich keine Entwicklungs“hilfe“, sondern sie brauchen Vision für ihr Leben. Nur mit Vision krempelt man die Ärmel hoch und packt Dinge an.

Wenn die Grenzen zu sind, muss man auch anpacken.

Als ich meinen Vater in den 60er Jahren fragte, warum er, der Hitler-Hasser eigentlich nicht geflüchtet sei, antwortete er: „Wer hätte mich denn gewollt?“ Und außer Deutsch sprach er erst dann eine weitere Sprache, als er in Russland als Kriegsgefangener eine lernen musste. Er hat sein sehr grauenhaftes Schicksal geschultert. Er war absolut gegen seinen Willen erst 5 Jahre lang Soldat und hernach 5 Jahre lang Zwangsarbeiter in Russland. Seine gesamte Jugend verstrich auf diese Weise.

Niemand hat ihn je dafür gelobt, dass er dem Ungeheuer ins Gesicht geblickt hat, anstatt sich umzubringen oder wegzurennen.

Refugees not welcome

Daran denke ich zur Zeit, wenn ich überall lesen muss, Tausende und Tausende flüchteten vor irgendwem und irgendwas und wollten in unser Land einwandern. „Wer will mich da?“ fragt sich ganz offensichtlich niemand. Und die Notwendigkeit, pro-aktiv für Verständigung zu sorgen, also wenigstens die Sprache des erpressten Gastlandes zu lernen, scheint auch niemand zu bedenken. Für mich ist das verantwortungslos und Zeichen mangelnden Anstandes.

Unter anderem deswegen bewundere ich die Initiative des verstorbenen Künstlers Christoph Schlingensief, der seinem Herzen folgte und einfach in Afrika etwas gründete, das er Operndorf nannte.

alt="Coaching München & Stuttgart: Dr. Berle. Wasserturm in Schlingensiefs Dorf"

Operndorf-Wasserturm

Seine Initiative hilft Menschen, in ihrem Land zu bleiben, sich Können und Wissen anzueignen und auf diese Weise Stolz zu entwickeln auf sich, ihr Können, auf ihr Land, das dadurch allmählich zur Blüte gelangen wird.

Das ist der richtige Weg, denn er führt nicht in die Würdelosigkeit der ungebetenen „Gäste“ und Almosenempfänger, sondern zu Selbstbewusstsein und Stolz.

Ich unterstütze das Operndorf jeden Monat mit einem kleinen Beitrag. Nun erfuhr ich, von allein 20 Euro könnten 66 Schulspeisungen finanziert werden.

Schule, Krankenhaus, Ärzte

Von 50 Euro kann jemand dort, in Ouagadougou, 8 Hühner, 2 Ziegen und einen halben Esel kaufen. Und aktiv handelnd dableiben. Statt wegzulaufen.alt="Coaching München & Stuttgart: Dr. Berle. Spende für Schlingensiefs Dorf, hier die große Bühne"

Das macht mir Freude und Stolz, bei der Würde-Entwicklung ein winziges Wenig helfen zu können.Helfen Sie doch auch ein kleines Wenig mit.

Oder bauen Sie einen zweiten Wasserturm oder gleich die Oper.