Ihre Heldengeschichte

 

Sie haben noch keine Heldengeschichte erlebt?

Wissen Sie überhaupt, was das ist?

Also das Erste ist sicherlich falsch, was Sie gleich selber merken werden:

Heldengeschichten spielen immer zwischen einem Problem und einer Zielerreichung. Sie haben immer mit Entschlossenheit zu tun, einer Entscheidung und mit Durchsetzungswillen.

Andersgesagt: Ein Held steht vor einer drachenmäßigen Herausforderung, würde sich angesichts des Feuerstrahls aus dem Drachenmaul am liebsten verflüchtigen, im Erdboden verschwinden. Er besinnt sich aber auf sein Schwert und in dem Moment kommt ihm auch, dass es doch einfach toll wäre, diesen Drachen zu erledigen, und hernach die Königstochter zu bekommen.

Helden kämpfen wegen etwas für etwas

Heldengeschichte wird also nicht von Angsthasen geschrieben, sondern von wachsamen Leuten, die sich vom Sozialstaat noch nicht gar alle Waffen haben ausreden lassen. Die beste Waffe, die wir alle haben, ist unser Großhirn. Manche haben ein besseres, andere ein weniger gutes. Der Verstand bemisst sich an der Qualität des Synapsengeflechts. Wieder andere haben bessere Muskeln und setzen die für ihre Heldengeschichte ein. Es ist in beiden Fällen eine Frage von Selbstbewusstsein.

Hinschmeißen gibt’s nicht

Fight or flight? Helden geben nicht auf, fertigaus. Helden haben oft auch Verbündete. Gott ist mit den Tüchtigen, sagte man früher. In der Tat gibt es in jeder Heldengeschichte öfter einen sogenannten Deus ex machina. Was früher mechanisch gesteuert auf die Bühnen herunterschwebte – Engel und Götter und Drachenbezwinger – das nennen wir heute Zufall. Helden sind also tüchtige, wachsame und auch gläubige Menschen. Entweder vertrauen Sie in Gott oder in sich selber. Ober beides.

Jetzt zum Mitmachen:

Welche Heldengeschichte(n) haben denn Sie schon geschrieben in Ihrem Leben?

Gar keine? Das ist nicht zu glauben! Das glaube ich nicht. Denken Sie nach:

Es war immer erst ein großes Problem da. Dann haben Sie beschlossen, nicht aufzugeben, sondern den Kampfhandschuh des Lebens aufzunehmen. Tiefinnerlich, ganz ehrlich gesagt, hatten Sie an dieser Stelle auch schon festgelegt, dass Sie siegen wollten und siegen würden.

Notieren Sie das für sich und das Maß an Stolz wird wachsen:

  1. Was war die Herausforderung
  2. Welche Angst hatten Sie zu besiegen
  3. Wie sah Ihr Sieg aus
  4. Was genau taten Sie, um zum Sieg zu kommen
  5. Welche Eigenschaften, Fähigkeiten haben Sie dabei eingesetzt
  6. Welche Gegner haben Sie bezwungen
  7. Welche Verbündeten hatten Sie möglicherweise.

So, wie fühlt sich das jetzt an? Tolles Gefühl plötzlich, oder? Stolz-Verdoppelung? Mindestens, ich bin ganz sicher.

Prima. Jetzt lassen Sie sich noch einfallen, wie oft Sie genau die Eigenschaften, Fähigkeiten und Gewinner-Strategien noch an anderen Stellen eingesetzt haben.

Nichts und niemand hindert Sie, genau das immer wieder genau so zu machen.

Der weiterführende Stolz

Ich persönlich habe mich beim Schreiben an zwei meiner eigenen Heldengeschichten erinnert und festgestellt: Sehr unterschiedliche Siegereigenschaften besitze ich! Einmal war es vor allem Ausdauer, die mich zum Sieg führte. Das andere Mal war es Wagemut und kecke, wilde Entschlossenheit. Ganz interessant, dass man mich in der Kindheit vor allem der Ungeduld bezichtigte sowie des Eigen-Sinns. „Du immer mit deinen verrückten Ideen.“

Sicher entdecken Sie auch solche Merkwürdigkeiten und damit wesentliche Persönlichkeitswahrheiten, die Sie weiterführen werden.