Geschäftserfolge, Lebenserfolge

Geschäftserfolge, Lebenserfolge

 

Emoveo ergo sum – für Nicht-Lateiner: ich fühle, also bin ich. Was sind eigentlich Gefühle? Was Gedanken sind, ist klar, oder? Der Isar-Kiosk macht im nächsten Jahr nicht 400.000 Euro Umsatz, sondern 600.000 …. das ist ein gedankengestütztes Ziel. Das wirkt. Der Kioskbesitzer wird entsprechende betriebswirtschaftliche Änderungen (Verhaltens-Änderungen) folgen lassen, das Ziel wird vermutlich erreicht. Schon während ich dies schreibe, wird mir innerlich ganz müd. Weil, warum? Wozu das alles? Wird er dadurch glücklicher? Was ist Glück? Müssen Geschäftserfolge aus dem Bauch raus kommen oder aus dem Kopf?

Glück ist das, was wir alle uns ersehnen. So viel ist klar. Es ist ein Zustand. Und sonst?

Geschäftserfolge und Lebenserfolge: Mein früherer Vermieter zu Studentenzeiten, ich nenne ihn mal Georg, verliebte sich alle drei Monate neu. Er war Hochschulassistent, nicht schön, aber der Zustand der permanenten Verliebtheit verlieh ihm Charme. Wer verliebt ist, strahlt. Denn bei Wohlgefühl überfluten den Körper Glückshormone. So wie bei Stress welcher Art auch immer Adrenalin dem Körper zu Höchstleistungen verhilft. Ein Lebensrettungsprogramm, das bei vielen Menschen zum Suchtprogramm wird. Georg war ein Junkie. Er war süchtig nach den Glückshormonen. Die sogenannten Workaholics sind süchtig nach Adrenalin.

Ist das ein Glück, abhängig zu sein? Ich sehe Georg manchmal im Fernsehen, denn er ist Politiker geworden. Er sieht müde aus, er wirkt zynisch, verbraucht. Sein Kopf funktioniert weiter gut, aber sein Glücks-Suchtprogramm funktioniert (allein aus Altersgründen) nicht mehr. Der Körper hält die Suchtprogramme auf Dauer nicht aus.

Einer meiner Klienten kam kürzlich zur Coaching-Session. Es war die vorläufig letzte. Er ist jetzt bei sich selbst angekommen. Er hat keine Redeprobleme mehr, keine Angst, vor mehreren hundert Leuten souverän zu sprechen. Er kam also vormittags hier zur Tür herein, er strahlte. Er wirkte größer als sonst, ging aufgerichtet, wirkte felsenfest sicher, er schaute klar, sicher und gelassen. Auf mein Kompliment hin sagte er: „Wie merkwürdig. Ich habe die schrecklichste Nacht meines Lebens hinter mir. Ich habe den Hass kennengelernt.“ Er hatte nicht allein den Hass kennengelernt, sondern die Tür wieder geöffnet zur ganzen Klaviatur der „verbotenen“ Gefühle: Hass, Wut, Empörung …. alles, was uns in der Kindheit dazu bringt, laut und deutlich ICH zu sagen. Und NEIN, SO NICHT! Und: ICH WILL.

Es ist nicht der HASS, der uns glücklich macht und stark, aber auch! Denn wem die Wut nicht erlaubt ist, dem ist auch der Jubel verboten. Die Intensität des reinen starken Gefühls ist es, die uns lebendig sein lässt! Dieses Gefühl kommt nicht vom Sex-Partner, sondern aus uns selbst heraus. Aus unserem SELBST heraus kommt sie.

Es ist leichter oder scheint so, sich in die Abhängigkeit eines Sucht-Programmes zu begeben. Es macht glücklicher und zu-FRIEDEN, aus der eigenen Emotionalität heraus authentisch und autark zu sein. Das freut den Körper auch und hält ihn gesund. Und das wird Ihnen übrigens auch helfen, den richtigen Partner/die richtige Partnerin zu finden für kreatives, spielerisches, liebevolles, respektvolles Miteinander. Höhenflug ohne Rausch. Liebe ohne Strangulation.