alt="Hochbegabung, lauter Doktorhüte für Hochbegabte"

Hochbegabung

Hochbegabung – Genie und harte Arbeit

Hochbegabte Kinder und Erwachsene werden meist verkannt.

Hochbegabte Erwachsene sind oft depressiv und orientierungslos und verkaufen sich unter Wert. Hochbegabte Erwachsene waren alle mal hochbegabte Kinder und haben am erbarmungslosen Anpassungsdruck des deutschen Schulsystems gelitten, das sich in den  vergangenen Jahrzehnten immer stärker zum Hort des Anti-Elitarismus entwickelt hat. Man kann auch sagen: Das deutsche Schulsystem ist ein Handlanger des Populismus.

Populismus im Schulsystem

Der kam so: Parteipolitiker wollen gewählt werden von möglichst vielen Menschen und versuchen daher – wie eine Gießkanne – das angeblich Gute gleichmäßig über alle Köpfe regnen zu lassen. Deswegen hat sich ideologisch der Grundgedanke verankert, das ehemals so weltberühmte und aussagekräftige deutsche Abitur sei eine Gnade, die allen Menschen ungeachtet ihrer Herkunft und Begabung zukommen müsse – ganz so, als sei es ein Recht, Abiturbesitzer zu sein.

Das ist aber kein Recht, sondern ein Schulabschluss, der zeigen sollte, dass jemand die Gabe wissenschaftlichen abstrakten Denkens besitzt und sich sehr angestrengt hat, die Grundlagen des diesbezüglichen Wissens sich anzueignen, das die Menschheit im Laufe der Jahrtausende gesammelt hat. Wer diese Wissens-Grundlagen nachweisen kann, ist befähigt, auf den Universitäten zu studieren und das Wissen durch eigenes Denken und Forschen weiter zu verbessern.

So war das gedacht. Inzwischen ist das Abitur ein Prestigeobjekt ohne große Aussagekraft über Intelligenz und Wissen.

Hochbegabte saufen ab im Mittelmaß

Hochbegabung bei Erwachsenen und Kindern ist eine wundervolle Gabe! Und sie ist in einer Vox-Populi-Gesellschaft eine enorme Plage. Hochbegabung, die man misst mit IQ-Tests und die bei einem IQ von – je nach Ansicht – 120 oder 130 beginnt, zählt nichts mehr in einer Gesellschaft, in der Prüflinge nach einem schwer erscheinenden Mathematik-Abitur über Twitter fordern, das Abitur mit leichteren Aufgaben neu zu schreiben. Die ganz Unverschämten verlangten kurzerhand, die Kriterien der Bewertung so zu senken, dass sie gut dastehen. So geschah es im Frühsommer 2019 in Deutschland.

Vereinzelt meldeten sich Schüler und Schülerinnen mit der Ansicht zu Wort, die Aufgaben seien eher ungewöhnlich gewesen, aber durchaus lösbar. Das waren solche Schülerinnen und Schüler, die einfach die Materie verstanden hatten – was man ganz exakt bei einer Abiturprüfung eigentlich ja messen will. Diese Schülerinnen und Schüler gehörten sicherlich zu den motivierten Menschen und vermutlich zu den überdurchschnittliche Begabten oder sogar Hochbegabten. Was hätte Angela wohl zu diesem Umtrieb gesagt?

Angela, das arge Nerd-Mädchen

Ich erinnere mich an jene Angela, die in der gymnasialen Mittelstufe neu in unsere Klasse kam. Ein schriller Charakter, Mathe-Ass, Physik-Ass, Komplett-Nerd: Naja, die konnte eigentlich alles spitzenmäßig außer Singen und Hochsprung.

„Mensch, bist Du schlau!“ sagten viele und oft zu ihr, weil es die Wahrheit war. Aber wenn man sie lobte, fauchte sie. „Meinst Du etwa, ich müsste nicht lernen!?“ Ich weiß nicht, was aus ihr geworden ist, aber ich weiß, was aus meinem Sohn geworden ist ungefähr 30 Jahre nach der Angela: Er ist jetzt ein Doktor der Physik und zwar hat er die Prüfung mit Eins Komma Null gemacht. Magna Cum Laude. Wieso man ihm nicht gleich die Summa Cum Laude gab, versteht man nicht.

Es gehört zur Populismus-Gesellschaft des gleichmacherischen Mittelmaßes, sich vor dem höchsten Lob ebenso zu fürchten, wie davor, jemanden schlichtweg durchfallen zu lassen, weil er oder sie die Materie eben nicht kapiert hat. Mein Sohn mit seiner Doktorarbeit über Gewitterrisiken und die Ursachen hätte eine Eins ebenso verdient gehabt, wie jene Klientin, die mir kürzlich ihre internen Beurteilungsbögen zeigte: Sie ist eine Prädikats-Juristin und besitzt einen ausgezeichneten analytischen Verstand. Es liegt, meine ich, nicht an ihr, dass sie in dem Fragebogen, den die Vorgesetzten ihrer Behörde ausfüllen mussten, lauter (im übertragenen Sinne gesprochen) „Magna cum Laudes“ und von 30 Punkten ein einziges „Summa cum laude“ bekam. Sie ist ein High-Potential, sie wird aber nicht entsprechend gewürdigt, sie hat Zorn und fühlt sich oft müde und erschöpft.

(Hochbegabte) Menschen brauchen Lob

Alle Menschen brauchen Lob, aber hochbegabte Menschen brauchen mehr Lob, weil sie mehr können. Angela, das arge Nerd-Mädchen, wurde eher belächelt, sie war nicht der Hero der Klasse.

Mein Sohn hat sich schulisch öfter in Bescheidenheit geübt und so getan, als sei er gleich langsam, wie der Mainstream. Er gehört zu den Hochbegabten, die sich eher unter die Tarnkappe stellen, als in Superman-Manier herumzustolzieren. Also er war nie ein Angeber wie etwa sein Schulfreund Johannes, der heute ein ambitionierter Bratschist ist, und der seinen Zorn über die mangelnde Anerkennung offen zeigte, was man neurotisch nannte und dysozial und schwierig. Mein Sohn hat sich erst später gegen die schulischen Anpassungs-Zwänge gewehrt. Auch er hat sich abgerackert wie die Angela. Keiner seiner Erfolge ist ihm zugefallen.

Underachiever oder „verschüttete Hochbegabte“

Verschüttete Hochbegabte sind solche, die sich irgendwann im Laufe der Kindheit in die Resignation flüchteten. Resignation erzeugt den depressiven Menschen, Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Kinder resignieren, die man nicht fördert, deren Talente niemand sieht.

Hochbegabte Kinder resignieren um so mehr, als sie intellektuell „frühreif“ sind, viel mehr aufnehmen, sich aneignen, wissen, als Gleichaltrige, entsprechende Fragen stellen und Auskünfte begehren, die ihnen im ungünstigen Normal-Fall niemand gibt.

Schwitzen Hunde an die Füße?

Ich denke an den Buben, der in der Schule fragte, ob eigentlich Hunde an den Pfoten auch schwitzen müssten, so wie wir Menschen an den Händen und Füßen. Ich meine, das ist doch eine total interessante Frage – die man heutzutage im Internet leicht beantworten kann. Damals aber lachte der Lehrer sehr herzlich, die Klasse johlte und der Bub hörte auf zu fragen und würde mürrisch.

Oder das Mädchen, das schließlich mit 15 eine sogenannte Schulverweigerin wurde, völlig verzagt, völlig erschreckt, der ganze positive Glaube an sich war eigentlich weg, als sie zu mir ins Coaching kam. Sie erzählte von jener Lehrerin in der dritten Klasse (und zwar geschah dies in München und nach der Jahrtausendwende von 1999 aufs Jahr 2000), die eine Liste mit den …. ja, halten Sie sich lieber fest …. eine Liste mit den dümmsten Fragen führte. „Wer fragt, der führt“, lernte ich als Journalistin. Wem das Fragen durch so eine blödsinnige Liste vergällt wird, stellt sich selber in Frage.

Wie performt das Potenzial?

Das wollen wir mal festhalten: Absolut nicht jeder hochbegabte Mensch bringt seine Talente auch auf den Markt. Damit Potenzial zur Performance wird, ist einiges an Anschub-Investition erforderlich. Erst von den Eltern, dann immer mehr vom Kind selber. Und der Erfolg hängt stark davon ab, in welchem Land man lebt. In Deutschland regiert das Mittelmaß. Körperlich, geistig oder sozial und ethnisch behinderten Menschen wird mehr Aufmerksamkeit gewährt, als außerordentlichen Begabungen. Die werden ausgebremst, sie werden beneidet und unterdrückt.

 

Deutschland ist nix für Überflieger

Unternähme man einen Nationen-Vergleich in Sachen Hochbegabung, wären die Leute in den USA am schlausten, wo Extrem-IQs von über 145, ja über 200 auf Bäumen zu wachsen scheinen. Viel Medien-Hype um Unsinn. IQ-Testexperten halten die US-Ergebnisse aus test-statistischen Gründen für hochfrisiert. Letztlich müsste man für einen aussagekräftigen interkulturellen Intelligenz-Vergleich überall dieselben Test-Verfahren anwenden. Sicher ist, Sonderbegabungen sorgen in den USA für  Begeisterung und bei uns sorgen sie für neidische Abwehr.  Ich kenne das deutsche Schulsystem zweifach aus eigener Leidenszeit und als Mutter eines hochbegabten Buben: Deutschland ist das Land der Ausbremser. Besser als Eins Komma Null ist im deutschen Promotions-System  Summa Cum Laude, was „Ausgezeichnet“ sagen will, weil jemand besser als sehr gut auftrat. Aber Summa wird in Deutschland sehr ungern vergeben. Deutschland fördert lieber Tiefflieger.

Kein Jubel über Hochbegabung

Kennen Sie den: „Jede Mutter denkt, ihr Kind sei das Schönste und Beste – aber bei mir stimmt’s!“ Ich hatte ein hier und da wunderliches, aber insgesamt begeisternd aufgewecktes schönes Kind vom lieben Gott geschenkt bekommen. Die ganze Familie freute sich und sagte „hier stimmt der Witz!“ Schwierigkeiten gingen los, als sich die sozialen Kreise erweiterten, was im Kindergarten begann. Dort wurde meinem 3-jährigen Sohn seine bezaubernde Originalität als  mangelnde Anpassungsbereitschaft vorgehalten. Er wollte nicht das machen, was die Kindergärtnerin für alle sich ausgedacht hatte und verkroch sich lieber in die stille Ecke mit den Bausteinen. Vielen Hochbegabten ist es zu laut im Kindergarten und in der Schule. Das muss man wissen. Wenn ich heute über diesen und jenen US-amerikanischen Geniekopf lese, er habe sich bereits mit 3 Jahren Gedanken über physikalischen Gleichungen gemacht und sei mit 20 Professor geworden, dann kann ich nur laut lachen. Alles völlig unmöglich in Deutschland.

Tarnkappe statt Hochbegabung

In Deutschland muss man seine Begabung verstecken, um nicht für irre zu gelten. Zwar hat sich die falsche Annahme der kompletten Gleichheit aller Menschen seit 20 Jahren zum Dogma entwickelt und dazu geführt, dass von Amts wegen auch Minderbegabte massenhaft zum Abitur geschoben werden durch entsprechend indoktrinierte Eltern und Lehrer. Von dieser Art des Bildungseifers profitieren die tatsächlich außergewöhnlich Intelligenten überhaupt nicht. Im Gegenteil.

Hätte mein Sohn etwa die Kindergärtnerinnen mit seiner Vorliebe für lange große Zahlen konfrontiert – leicht vorzustellen, was passiert wäre. Niemand hätte gejubelt, niemand hätte sich mit ihm dort gefreut. „Klugscheißer“, „Tenniseltern“, das hätte man gedacht und denkt man noch heute, wenn ein Kind durch Begabung hervorsticht. Es sticht hervor – die bildhafte deutsche Sprache sagt, was Sache ist. Womöglich wäre eine außergewöhnliche Elternversammlung einberufen worden mit dem Ziel, dieses unnatürliche Kind irgendwoanders hinzustecken. Also ziehen Hochbegabte die Tarnkappe über.

Je stärker die Eltern, desto glücklicher das hochbegabte Kind

Wir Eltern haben selber gezweifelt an unserem Kind. Zum Beispiel deswegen, weil er zwei Jahre lang einfach nichts sagte. Ärzte vermittelten den Verdacht der Minderbegabung. Hat das Kind einen Ohrenschaden oder hat es einen Dachschaden? Wir wechselten zum Kinderarzt mit Empathie und Verständnis, aber etwas Sorge blieb hängen. Ich erteilte meinem Kind komplizierteste Aufträge, die er schweigend exakt ausführte. Mit 3 Jahren sprach er plötzlich in komplexen Sätzen und fing an, Briefe zu schreiben. Er rechnete in den Tausendern und wartete in der ersten Klasse höflich viele Wochen lang darauf, dass die Zahl 7 eingeführt werden würde, die er vorgab, genau wie alle anderen noch nicht zu kennen. Aber in der zweiten Klasse war seine Geduld weg.

Die Grundschullehrerin klagte: „Da springt er plötzlich auf, rennt in der Klasse herum und wedelt wie wild mit den Armen! Ja, das geht doch nicht!“ Ich hatte einen meiner hellen mütterlichen Momente und entgegnete: „Ja, was tun denn Sie, wenn Sie sich langweilen? Würden Sie da nicht auch am liebsten mit wedelnden Armen rumrennen?“ Die Langeweile der Hochbegabten! Kinder haben ja noch keinen bis wenig Begriff vom Phänomen „Zeit“ – dass die verrinnt, dass auch die schrecklichste Schulstunde 45 Minuten dauert und nicht länger. Kinder meinen ziemlich lange, das Schreckliche währe ewig.

Wie man Hochbegabung pflegt und fördert

Man muss sie erst mal erkennen! Eines Tages entdeckten wir Eltern in den 1990er Jahren einen Zeitungsartikel über Hochbegabung, der uns ein Licht im Kopf aufgehen ließ. „Deswegen!!“ Große Erleichterung, Kontaktaufnahme mit der Gesellschaft fürs hochbegabte Kind (DGhK), Austausch und Rückenstärkung. Heute gibt es den riesigen Informations-Pool des Internets und erleichtert Eltern das Engagement, das hochbegabte Kinder brauchen, um nicht zu versacken. Sie als Eltern haben die Entscheidungskompetenz, Sie haben die Verantwortung, Sie müssen sich engagieren!

Dies sollten Sie als Eltern tun:

Unser Sohn durfte eine Grundschulklasse überspringen. Rechnen Sie damit, dass Ihr Kind sich sträuben wird, aber bleiben Sie fest. Sie wissen mehr als Ihr Kind, Sie sind erwachsen. Das Aushalten der Langeweile stumpft ein Kind ab und bedeutet eine Demütigung, die oft lebenslang niederdrückend wirkt.

Hochbegabte brauchen Herausforderungen. Eine Klasse zu überspringen ist intellektuell und emotional eine solche Herausforderung, die Energie mobilisiert und letztlich Zufriedenheit erzeugt.

Hochbegabte brauchen Struktur, denn Struktur gibt Kindern Sicherheit und Erfolge: Lassen Sie Ihr Kind Sport treiben, lassen Sie Ihr Kind ein Instrument lernen. Tun Sie dies nicht aus Ehrgeiz, sondern aus Fürsorge. Geben Sie Ihrem Kind die Chance, durch Disziplin Erfolgserlebnisse zu machen und die Selbstwirksamkeitserwartung zu festigen.

Hochbegabte brauchen gleichintelligente Peers: Hochbegabte finden Geborgenheit und Ansporn zur eigenen Individualität insbesondere im Kontakt mit Gleichen.

Nehmen Sie Probleme nicht einfach hin. Treten Sie zielbewusst für Ihr Kind ein, solange es das nicht selber tun kann. Wenn es etwa in der Schule nicht klappt, dann suchen Sie eine andere Schule. Seien Sie dynamisch und kühn.

Je mehr und mutiger Sie Ihrem Kind helfen zu wachsen, desto mehr wachsen Sie mit!

Dies sollten Sie als hochbegabte/r Erwachsene/r für sich tun

Wenn Sie durch einen IQ-Test sicher wissen, dass Sie hochbegabt sind, dann überlegen Sie sich noch einmal ganz genau, was das in Wirklichkeit bedeutet:

  • Sie gehören zu einer Randgruppe
  • Sie sind schneller, merkfähiger, transferstärker und damit kreativer als die riesige Mehrheit der „Normalos“
  • Sie müssen aufhören, an sich zu zweifeln.

Ich helfe Ihnen sehr gerne dabei. Lesen Sie erst einmal mein Coachingbuch, das wird Ihnen wichtige Anstöße geben, meinen Rat umzusetzen.

Wenn Sie sich in meinen Texten zur Hochbegabung schon wiedererkannt haben – dann beenden Sie das Zweifeln ebenfalls schnellstens. Schauen Sie Ihr Leben an, sammeln Sie die Erlebnisse, wo Sie sich so anders fühlten, fremd oder besser und auch die, wo sie trauerten, weil sie sich nicht ernstgenommen fühlten. Denken Sie an die Menschen, mit denen sie sich richtig wohlfühlen. Würden Sie sagen: „Ja, das sind wahnsinnig intelligente Leute, schnell im Kopf, hochmotiviert, lösungsorientert, nie langweilig, häufig sehr verantwortungsbewusst und sozial kompetent!“ Würden Sie das bejahen, dann sage ich Ihnen wieder: Nehmen Sie sich ernst! Trauen Sie Ihrer Wahrnehmung. Gleich und gleich gesellt sich gerne …

Der IQ-Test – ja oder nein

Es gilt unter Psychologen die Regel, dass Intelligenztests dann gemacht werden sollten, wenn sie dem Menschen nützen. Mich haben schon übereifrige Mütter angerufen, die nach Tests für Dreijährige fragten. Das ist Unsinn, ein so kleines Kind zu testen. Richtig ist es, sich dem eigenen Kind mit größter Aufmerksamkeit zuzuwenden, das Kind nicht anzuzweifeln, sondern mit Begeisterung und Dankbarkeit die vielen wundervollen Zeichen der Hochbegabung anzunehmen wie ein Geschenk. Hochbegabung ist ein Geschenk und keine Plage.

… wie und warum

Der IQ-Test muss von speziell kundigen Psychologen angeleitet werden. Und als Hochbegabten-Eltern sollten Sie energisch nach einem Psychologen suchen, der oder die Erfahrung mit Hochbegabten hat! Lassen Sie sich nicht von Schulämtern das Ruder aus der Hand nehmen!

Der IQ-Test kann notwendig werden, um ihr Kind zu schützen vor Fehlbeurteilung. Er kann helfen, um Ihr von Unterforderung geplagtes Kind bei der Stange zu halten, seine Aufmerksamkeit wieder anzustacheln. Ein IQ-Test ist eine echte Herausforderung. Mein eigener Sohn war begeistert, als er den Test mit 9 Jahren machte. Noch niemals hatte man ihm so schwere Fragen gestellt! Er glühte vor Begeisterung und fühlte sich ernstgenommen und geehrt. „Oooch!“, schnaufte er nach zweieinhalb Stunden höchster Konzentration, „ist das schon wieder vorbei??“

Ein IQ-Test hat kürzlich eine Underachiever-Klientin wieder so viel an sich glauben lassen, so dass sie nun das Abitur nachholen wird. Bis jetzt hat sie überhaupt keinen Schulabschluss, weil sie einfach nicht mehr in den Unterricht ging vor Angst und Verzweiflung. Und nun suchen wir für sie die individuelle Möglichkeit, das Abitur nicht in 3 und nicht in 2 Jahren auf der Schulbank kauernd  nachzuholen, sondern in eigener Regie und in der individuell möglichen Geschwindigkeit. Die Klientin ist eine Schnell-Lernerin, wie viele Hochbegabte, die ihr Wissen exponenziell und nicht linear sich aneignen. Das deutsche Schulsystem kennt nur den linearen bürokratischen Gang und ist für Hochbegabte eigentlich gar nicht geeignet.

Selbstbewusstsein!

Wir diskutierten in der Familie das Testergebnis und seine Bedeutungen immer wieder völlig offen. Und wir machten ab, dass das ein Familiengeheimnis war, das man nicht mit anderen Leuten erörtern musste. Wir erlebten nach dem IQ-Test ein erheblich selbstbewussteres Kind! Stolz und Lob!

Hochbegabung und Unterforderung

Denken Sie immer daran: Das größte Problem mit Hochbegabung bei Kinder und Erwachsenen ist Unterforderung verbunden mit zu wenig Lob. Und die Einsamkeit ist ein Problem – wo sind nette Leute, die so sind wie ich? Wir Menschen sind als soziale Wesen darauf angewiesen, uns in den Augen der anderen wiederzuerkennen, gespiegelt zu werden. Wer mit einem IQ über 130 zu den Hochbegabten gehört, wird sein Leben lang nur wenige Menschen finden, die gleich gut oder besser sind. „Ich fühle mich ja wie ein Monster!“, weinte im Coaching mit mir einmal ein 10-jähriges hochbegabtes Mädchen (IQ 143), das von den neidischen Mädchen seiner Klasse gemobbt wurde.

Im Leistungssport außerhalb der Schule fand sie gleichartige Freunde. Suchen Sie für Ihr Kind gleichartige „Monster“ und es wird ein glücklicher Mensch sein, der seine Talente nicht versteckt, sondern entwickelt. Und als Erwachsener machen Sie es künftig ebenso.

Ich antworte persönlich und schnell.