alt="Coaching München & Stuttgart: Dr. Berle, Foto Rotbuche durchs Fenster in Schloss Hohenstein, in Pink getaucht"

Glücksstoff Oxytocin fürs Coaching, fürs Leben

 

Oxytocin

Das Wort sollten Sie sich merken, üben Sie einen Tag, dann können auch Sie es fehlerfrei schreiben und sagen ((-: Sie sollten das tun, weil es eine wichtige Glückssache ist. Manche stellen es synthetisch her. Die wollen damit natürlich Geld verdienen und behaupten deswegen, das sei der leichteste Weg zum Glück: Sprayfläschchen, bisschen Oxytocin in die Nase, Juppheidi und Hoppsassa! Wie albern, wir sind nämlich Selbstversorger.

Das Chorsingen und der Sex

Man könnte auch sagen: Das Fussballstadion und der Sonntagsgottesdienst, es ist gleichbedeutend: Oxytocin wird bei uns ausgeschüttet – und zwar die zuständigen Hirnmechaniker in unseren Köpfen tun das – sobald wir uns geborgen fühlen. Wir fühlen uns dann geborgen, wenn wir eine Bindung eingehen. Deswegen heißt Oxytocin auch Bindungshormon. Es heißt auch Kuschelhormon, weil es bei Geborgenheitsgefühl vermehrt ausgeschüttet wird, gleichzeitig die Bindung oder auch die Treue erhöht. Manche nennen es „rosa Viagra“, weil es die Lebenslust erhöht. Rosa Brille heißt es auch, weil es die Lebenszuversicht erhöht, die Selbstwirksamkeitserwartung verstärkt. „Yes, we can, yes we do!“

Die Datingportale leben davon: „Es ist fast wie eine Sucht!“ achrieb mir eine Klientin. Und damit hat sie recht. Man kommt nicht mehr weg vom Portal, weil hier ein Wahnsinns-Typ auftaucht, da eine Superfrau. Man schießt Mails und Statements hin und her, fühlt sich fast im 7. Himmel und dann macht es „Puff!“ und der Traum platzt und schnell muss der nächste her, damit der Oxytocin-Spiegel nicht absackt und die Banalität des Alltags uns wieder niederdrückt.

Mann oder Frau oder Hund

Im Grunde ist es (fast) egal, an wen Sie sich wohlig gebunden fühlen. Menschliche Kuschelnähe oder die Liebe zu Ihrem Papagei, Hund oder der Katze führen gleichermaßen zur Oxytocin-Ausschüttung, auch soziales Engagement tut das, die Zugehörigkeit zu jeder Gruppe, die bei Ihnen Geborgenheit erzeugt. Es gibt viele Glückstankstellen. Auch das Glücklichsein ist Ergebnis einer Grundentscheidung ist.

Keine Freiheit ohne Bindung

Ja, gut, zugegeben, im Zustand der Verliebtheit wird am meisten Oxytocin ausgeschüttet. Ich hatte während des Studiums mal einen Vermieter, der heute ein recht ordentlich bekannter Politiker ist, welcher sich alle sechs Wochen neu verliebte. Der Einfachheit halber nannte er die Mädchen alle „Mausi“. Alle hielten ihn küchenpsychologisch für sexsüchtig. Falsch gedacht – er war einfach scharf auf andauernd sehr viel Oxytocin.

Mausi gleich Mausi

Ja, natürlich hat der Frohsinn eine Kehrseite: Die soziale Wachsamkeit lässt unter Oxytocin-Einfluss nach. Forscher haben herausgefunden, dass Affen unter der rosa Brille fremde oder sonstwie bedrohliche Artgenossen mit  weniger Aufmerksamkeit betrachteten. Sie schweiften ab, sie kuschelten lieber, als genau hinzugucken. So wird man natürlich leicht übers Ohr gehauen! Anders gesagt: Oxytocin schafft Vertrauen, was besonders bei der ersten Bindung unserer Leben, der zur Mutter, die Hauptrolle spielt. Beim Säugen wird besonders viel Rosa-Hormon ausgeschüttet, ein geniales Konzept der Lebenssicherung.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist aber besser

Es gibt nun auch Empfehlungen, im Zustand der Verliebtheit bloss keine Lebensplanung zu unternehmen, keine neue Wohnung zu anzumieten, weil das kritische Denkvermögen getrübt ist durch Oxytocin. Aber angenommen, Sie sitzen tagelang alleine in Ihrem Homeoffice vor dem PC, gehen nur raus für ein paar Brötchen, Wurst und Zigaretten, dann sind Sie vielleicht zwar sehr kritisch und wachsam, aber Sie trocknen emotional aus. Also schaffen Sie Bindung, gehen Sie Singen, gehen Sie zum Reiten, sorgen Sie dafür, dass sie in einem W I R  leben.

Und leben Sie im ICH!

Ich glaube, Voraussetzung für eine glückliche Partnerschaft, Liebesbeziehung ist, dass Sie in einer glücklichen Liebesbeziehung zu sich selber stehen. Bindung an sich selber! Im Grunde geht es darum bei allen meinen Coachings. Und auch Coaching an sich bewirkt Glück.

Coaching ist eine sehr enge, ja seelisch intime Form der Zusammenarbeit. Coaching ist nicht Kuscheln, aber das Wohlgefühl verstanden zu werden, Beachtung zu finden, das schafft die Basis für Oxytocin-Ausschüttung, mithin für Vertrauen und Selbst-Vertrauen, für Zuversicht und Tatkraft.

Völlig neu für mich, dass ich und meine Wünsche plötzlich wichtig genommen wurden und Sie mindestens so sehr an mich glauben, wie jeder eigentlich selbst an sich glauben sollte.

Dieses Wichtiggenommenwerden, dieses Beachtetwerden zu 100% erzeugt die Zuversicht, die Menschen brauchen, um Veränderung unangenehmer Lebenszustände anzugehen. Sie können auch schon selber damit anfangen. Womit? Damit. So erzeugen Sie Bindung an sich selber. Guter Anfang.